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Telemedizin : Pilotprojekt: Videochat mit dem Hautarzt

Kürzester Weg: Mit der Telemedizin können Wartezeiten und der Aufwand für Arzt und Patient reduziert werden. Bild: dpa

In Usingen und Selters bieten zwei Hautarztpraxen Videosprechstunden an. Das erleichtert die Nachsorge für Ärzte und Patienten.

          Patienten können Hautärzte in Usingen und Selters jetzt auch im Internet aufsuchen. Es handelt sich nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) um die ersten beiden Hautarztpraxen in Hessen, die eine Videosprechstunde anbieten. Möglich macht das ein Pilotprojekt der Kasse mit dem Bundesverband der Deutschen Dermatologen. Bundesweit nehmen daran mehr als 40 Praxen teil. „Dass sich Patienten durch die virtuelle Praxis lange Wege und Wartezeiten ersparen können, ist ein sinnvoller Schritt“, sagte die hessische TK-Leiterin Barbara Voß.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nachdem Diagnose und Therapie persönlich in der Praxis besprochen worden sind, können Wiederholungstermine online erfolgen. Für die Nachkontrolle von Hautärzten reiche oft ein kurzer Blick und ein kurzes Gespräch, sagte Voß. Zur Videosprechstunde loggt sich der Patient zum vereinbarten Termin auf seinem Laptop oder Computer über die Website www.patientus.de/login mit einem persönlichen Zugangscode ein, den er von seinem Arzt erhalten hat. So gelangt er in das virtuelle Wartezimmer. Auf der anderen Seite sitzt der Arzt an seinem Bildschirm und ruft nacheinander die Patienten in seine virtuelle Praxis. Damit niemand überrascht wird, zeigt ein Zähler die letzten zehn Sekunden an, bevor es losgeht. Nach dem Gespräch trennt der Patient die Verbindung.

          Die Krankenkasse kann sich weitere Angebote vorstellen

          Für das telemedizinische Angebot ist keine zusätzliche Hard- oder Software nötig. Ein Computer mit Webcam und eine Internetverbindung reichen aus. Auch sind keine Installationen oder besondere Kenntnisse nötig. Die Datenübertragung erfolgt direkt zwischen den Computern, der Gesprächsteilnehmer und wird nicht auf einem Server gespeichert. Die TK kann sich weitere telemedizinische Projekte vorstellen.

          „Wir würden uns nach dem Vorbild Baden-Württembergs wünschen, in Modellversuchen auch Angebote auszuprobieren, bei denen schon der Erstkontakt zwischen Patient und Arzt per Telefon oder Internet erfolgt“, sagte Voß. Laut einer aktuellen Studie der Kasse zum Thema Internetnutzung kann sich ein Drittel der Befragten vorstellen, die Arztpraxis per Online-Chat zu kontaktieren. Zurzeit ist in der hessischen ärztlichen Berufsordnung allerdings festgelegt, dass sich Arzt und Patient das erste Mal unbedingt physisch treffen müssen.

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