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Hanaus Oberbürgermeister : Mitfühlend und in der Krise hart

Hat einen guten öffentlichen Auftritt, für den er auch professionelle Unterstützung in Anspruch nimmt: Claus Kaminsky Bild: Sandra Schildwächter

Erst der rassistische Terroranschlag, dann die Corona-Pandemie: Hanaus Oberbürgermeister wird in seiner Amtszeit mit vielen Krisen konfrontiert. Jetzt strebt er eine vierte Amtszeit an.

          5 Min.

          Im 4. März blickte Deutschland nach Hanau. Zwei Wochen zuvor, am 19. Februar dieses Jahres, hatte ein Hanauer an zwei Tatorten neun Menschen mit ausländischen Wurzeln, seine schwerkranke Mutter und sich selbst erschossen. Zur Würdigung der Opfer dieses rassistischen Terroranschlags kamen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Politiker zu der zentralen Trauerfeier in die Stadt dieser Verbrechen. Die Veranstaltung wurde auf Leinwände in der Innenstadt übertragen, auch im Fernsehen war die Veranstaltung zu sehen. Nicht nur der Bundespräsident als Hauptredner fand dabei die richtigen Worte, auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky machte eine gute Figur, wie schon zuvor bei den Interviews mit Journalisten aus der ganzen Welt. Trauer und Erschöpfung waren ihm anzusehen, was seinen Auftritt ehrlich und authentisch machte.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Etwa 40 Prozent der Bürger in der Stadt haben ausländische Wurzeln. Integration und friedliches Zusammenleben verlaufen nicht immer reibungslos, doch über die Jahre ist diese vielfältige Stadtgesellschaft zusammengewachsen, worauf Kaminsky stolz war und stolz ist. „Die Opfer waren keine Fremden“, lautete der Tenor der Trauerfeier im März. Vom ersten Tag an nach dem Terrorakt habe er darüber nachgedacht, wie den Angehörigen der Opfer gezeigt werden könne, dass die Stadt sie nicht alleinlassen werde, sagt Kaminsky. Ein Mahnmal für die Opfer soll eines der Zeichen dafür sein.

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