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Hanau-Attentat : Opferfamilie gibt nicht auf

Vili Viorel Paun, der am 19. Februar 2020 ermordet wurde, verfolgte den Täter. Bild: dpa

Die Angehörigen des ermordeten Vili Viorel Paun dringen auf neue Ermittlungen wegen des unterbesetzten Polizeinotrufs in Hanau am Tattag. Laut Staatsanwaltschaft ist kein strafbares Versagen der Polizei erkennbar.

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          Die Justiz muss sich weiter mit den Notrufen und den Arbeitsbedingungen der Polizei in der Nacht des Hanauer Terroranschlags beschäftigen. Die Familie eines Anschlagsopfers, Vili Viorel Paun, will Ermittlungen durchsetzen, weil die Hanauer Polizei Notrufe nicht entgegennehmen konnte. Der Vorwurf richtet sich nicht gegen die Beamten, die in der Tatnacht im Dienst waren. Der Anwalt der Familie, Björn Ebeling, sieht vielmehr ein „Organisationsverschulden“, weil die Polizei zahlreiche Notrufe nicht entgegennehmen konnte. Die technische Ausstattung sei „völlig veraltet“ gewesen, außerdem seien bei der Hanauer Polizei nicht genug Kräfte im Einsatz gewesen. Seit 20 Jahren seien diese Zustände aus der Polizei heraus kritisiert worden. Dennoch hätten die Verantwortlichen nicht für Abhilfe gesorgt und damit das Risiko in Kauf genommen, dass der Notruf nicht erreichbar sei.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Es ist eindeutig, dass der polizeiliche Notruf unterbesetzt war“, sagte der Anwalt. Das sieht die Familie des Anschlagsopfers Paun als Ursache für dessen Tod, wie es in einer Mitteilung der Initiative 19. Februar Hanau heißt, in der sich Angehörige der Anschlagsopfer zusammengeschlossen haben.

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