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Hageltag in Gelnhausen : Gedenken an die Beinahekatastrophe

Vor den Flammen gerettet: Ein vom Blitz entzündetes Feuer hätte den alten Stadtkern von Gelnhausen fast vernichtet. Bild: Sandra Schildwächter

Die Gelnhäuser haben einen Feiertag, den es nur in dieser Stadt gibt, den „Hageltag“. Immer am 15. August wird an einen Brand im Jahr 1736 erinnert. Die Stadt entging damals nur knapp dem Untergang.

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          Die Gelnhäuser sind traditionsbewusste Leute. Der Geschichte ihrer Stadt begegnen sie mit Stolz – und mit Demut. So wird stets mit Stolz darauf hingewiesen, dass die Stadt im 12. Jahrhundert von Kaiser Barbarossa gegründet wurde, woran bis heute die Ruine der Kaiserpfalz erinnert – der Palast des Herrschers. In der ehemaligen freien Reichsstadt hat man aber auch ein Ereignis im Jahr 1736 nicht vergessen, an das jedes Jahr mit Respekt erinnert wird. Dazu wird ein spezieller lokaler Feiertag, der „Hageltag“, begangen.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am 15. August gedenken die Bürger der Tatsache, dass ihre Stadt vor 286 Jahren dem Untergang nur knapp entgangen ist. Damals zog ausgerechnet am Feiertag Maria Himmelfahrt ein heftiges Sommergewitter über die Stadt. Gefährlich wurde die Lage, weil ein Blitz in das Rathaus am Obermarkt einschlug und es in Brand setzte. Das Gebäude war ursprünglich im Jahr 1330 als Markthalle errichtet worden, auf dem Dachboden hingen Tabakblätter zum Trocknen, die damals in der Gegend angebaut wurden. Schnell stand das Haus in Flammen, auch die Fachwerkhäuser in der Nachbarschaft brannten lichterloh.

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