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mRNA und Ionentherapie : Doppelter Angriff auf den Tumor

Großes Kaliber: Aus dem SIS18-Beschleunigerring der GSI kommen die Ionenstrahlen, die für die Therapieversuche eingesetzt werden. Bild: GSI

Lässt sich eine mRNA-Impfung gegen Krebs mit einer Partikelstrahlen-Therapie kombinieren? Am GSI-Helmholtzzentrum in Darmstadt wird das erprobt. Der Weg bis zur klinischen Anwendung ist aber noch weit.

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          Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Corona-Impfung: Baupläne für Proteine werden in Fettkügelchen verpackt und dem Patienten gespritzt. Körperzellen nehmen die Kügelchen auf und stellen mit Hilfe der darin enthaltenen Anleitung die Proteine her. Diese wiederum werden dem Immunsystem präsentiert, wodurch die Abwehr lernt, den Feind zu erkennen, für den die Eiweißstoffe charakteristisch sind. Nur dass der Feind in diesem Fall kein Virus ist, sondern ein Tumor.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schon lange vor Ausbruch der Pandemie hat BioNTech-Gründer Ugur Sahin in Mainz mit mRNA-Impfstoffen gegen Krebs experimentiert. Noch ist keiner davon zugelassen, doch bereits jetzt überlegen Wissenschaftler, mit welchen etablierten Tumortherapien das neue Verfahren kombiniert werden könnte. Denn Krebs ist eine derart komplexe Krankheit, dass eine Behandlungsmethode oft nicht genügt, sie in den Griff zu bekommen. Das Mainzer Institut TRON, das ebenfalls von Sahin gegründet wurde und an neuen Krebsmedikamenten forscht, hat sich deshalb mit dem Darmstädter GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung zusammengetan: Wissenschaftler beider Einrichtungen erproben derzeit, ob sich eine mRNA-Tumorimpfung mit einer Strahlentherapie verbinden lässt.

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