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Grube Messel : Zehn Millionen für Fossilien

  • -Aktualisiert am

Etwa dieser Raum mit Exponaten erwartet einen im neuen Besucherzentrum der Grube Messel Bild: F.A.Z.

Das neue Besucherzentrum an der Grube Messel ist eröffnet. Es soll unterhaltsam, aber nicht oberflächlich über das Weltnaturerbe informieren.

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          An die Geschichte haben fast alle Redner erinnert, als das neue Besucherzentrum der Grube Messel vor etwa 300 Gästen eröffnet wurde. Es ging dabei weniger um die Zeit vor 47 Millionen Jahren. Damals brach in dem in den Tropen liegenden Gebiet ein Vulkan aus, es bildete sich ein See, in dem dann Pflanzen und Tiere untergingen; die wiederum verwesten wegen des fehlenden Sauerstoffs nicht, sondern wurden von Sedimenten bedeckt, die sich zu Ölschiefer wandelten und die Fossilien einschlossen und bewahrten. Vielmehr ging es um die wechselvolle Geschichte der Fossilienfundstätte in den vergangenen 40 Jahren, die in den achtziger Jahren noch mit Müll verfüllt werden sollte.

          Der Streit – Mülldeponie oder nicht – sei damals durch alle politischen Fronten gelaufen, sagte Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Zum Glück habe die Landesregierung die Grube erworben und das Müllprojekt gestoppt. Die Grube sei offen geblieben. Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) lobte alle, die damals gegen die Müllpläne aufgestanden seien und mit viel persönlichem Engagement und Leidenschaft auch auf dem Gerichtsweg geholfen hätten, die Verfüllung zu verhindern. Die Politik habe dann klug reagiert, fügte Schellhaas unter großem Beifall an. Er kündigte an, dass der Landkreis in die Grube Messel GmbH eintreten werde.

          Koch: Publikumsmagneten geschaffen

          Koch stellte besonders heraus, dass das Land mit der Investition von zehn Millionen Euro einen Publikumsmagneten geschaffen habe. Die Ausstellung öffne ein beeindruckendes Fenster in die Vorgeschichte menschlichen Lebens. Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) ergänzte, dass man jetzt den unterschiedlichen Besuchergruppen, von Fachleuten bis zur Schulklasse, Informationen über die wertvollen Fossilienfunde unterhaltsam vermitteln könne, ohne auf fundierte Fakten und wissenschaftliche Hintergründe zu verzichten.

          2010 eröffnet: Das neue Messel-Besucherzentrum von außen
          2010 eröffnet: Das neue Messel-Besucherzentrum von außen : Bild: dpa

          Sie sprach von einem „außerschulischen Lernort“ für Themen von Vulkanismus über Klima bis zur Evolution. Sie dankte vor allem dem zum Monatsende aus dem Amt scheidenden Messeler Bürgermeister Udo Henke (CDU) für seinen Einsatz für das Weltnaturerbe und verlieh ihm, ohne dass dies vorher angekündigt worden war, die Goetheplakette des Landes.

          Aufschwung für Gemeinde erhofft

          Henke selbst verspricht sich von dem Besucherzentrum einen Aufschwung für seine kleine Gemeinde. Er zitierte die frühere Wissenschaftsministerin Ruth Wagner (FDP), die Ende der neunziger Jahre gesagt habe: „So kann das nicht bleiben.“ Damals gab es am Rande der Grube nicht einmal eine Toilette oder ein Kiosk.

          Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, erwähnte die Erkenntnisse, die sich über die Entwicklung der Arten, die Veränderungen des Klimas sowie die Auswirkungen auf Lebensräume von Tieren und Pflanzen gewinnen ließen.

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