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Großrazzia gegen Hells Angels : Waffen und Nazi-Symbole sichergestellt

  • Aktualisiert am

Am frühen Morgen haben Spezialeinheiten und Polizeibeamte bei der Razzia gegen Hells Angels vier Wohnungen und ein Eros-Center in Frankfurt, Dietzenbach und Dreieich durchsucht. Dabei geht es um Verstöße gegen das Waffengesetz. Bild: dapd

Nach einer Großrazzia gegen die Hells Angels im November gehen Polizisten im Frankfurter Raum abermals gegen Mitglieder der Rockergruppe vor. Wohnungen und ein Eros-Center in Frankfurt, Dietzenbach und Dreieich wurden durchsucht.

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          Nach der Großrazzia gegen die berüchtigten Hells Angels Mitte Dezember hat die Polizei die Rockergruppe in Hessen am Mittwoch erneut ins Visier genommen. Am frühen Morgen durchsuchten eine Spezialtruppe und andere Polizeibeamte ein Frankfurter Bordell sowie vier Wohnungen in Frankfurt, Dietzenbach und Dreieich. Dabei wurden zahlreiche Waffen und etwas Marihuana sichergestellt.

          In den Räumen des 46 Jahre alten Bordellbesitzers in Frankfurt entdeckten die Ermittler 15 Messer, davon 2 mit Hakenkreuzsymbolen. Außerdem wurden zwei Elektroschocker, ein Morgenstern, eine Machete, ein Tomahawk und zwei Handschuhe mit Bleipulverfüllung beschlagnahmt, wie die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Mittwoch berichtete.

          23 scharfe Patronen und mehr gefunden

          Bei einem 29 Jahre alten Frankfurter, der verdächtigt wird, ein Anwärter der Hells Angels zu sein, entdeckten die Ermittler zwei hölzerne Schlagstöcke und 300 Gramm Marihuana. Ein 25 Jahre alter Mann aus dem südhessischen Dietzenbach hatte 23 scharfe Patronen sowie zwei vermutlich scharfe Waffen in seiner Wohnung. Außerdem wurden eine Schreckschusspistole, zwei Messer, ein Schlagstock und Munition gefunden. Bei dem 51 Jahre alten Beschuldigten aus Dreieich ging die Polizei leer aus.

          Die Ermittlungen gehen auf Hinweise der letzten Razzia am 10. Dezember zurück. Dabei war es damals aber auch darum gegangen, ob Polizisten interne Informationen an die Rocker verkauft und im Drogengeschäft mitgemischt haben. Dies sei bei der Razzia am Mittwoch aber kein Thema gewesen, sagte Möller-Scheu.

          Ermittlungen gegen Polizisten

          Fünf Beamte waren im Zusammenhang mit der Razzia im Dezember suspendiert worden, weil sie entweder mit Informationen oder Drogen gehandelt haben sollen. Ein hochrangiger LKA-Beamter (50) soll für rund 10.000 Euro Polizeiinterna verkauft haben. Auch ein Frankfurter Beamtenpaar (36 und 33) wurde verdächtigt. Eine 34 Jahre alte Polizistin war bereits einen Tag vor der Razzia festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft Darmstadt hat sie zugegeben, dem fünften Suspendierten (51) Drogen verkauft zu haben. Informantin soll sie aber nicht gewesen sein. „Hier wird nach wie vor noch ermittelt“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Sebastian Zwiebel, am Mittwoch in Darmstadt. Ein Abschluss sei noch nicht abzusehen.

          Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, geht von etwa 90 kriminellen Rockerbanden in Deutschland aus, die ihre brutalen Auseinandersetzungen regelmäßig in der Öffentlichkeit austrügen. Schwerpunkte der Ermittlungsverfahren waren Körperverletzungen, Erpressungen und Bedrohungen. Es ging aber auch um organisierte Kriminalität. Viele der Gruppen expandierten nach BKA-Informationen derzeit im Zusammenhang mit Drogen-, Menschenhandel und Prostitution ins Ausland.

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