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Großer Feldberg : Mit dem Bus von Parkplatz zu Parkplatz

Zubringerdienste: An Wochenenden sollen künftig Pendelbusse Ausflügler auf den Feldberg fahren. Bild: Wonge Bergmann

Bei schönem Wetter wird es für Autos eng rund um den Großen Feldberg. Ein Pendelbus soll den Verkehrsdruck mindern und die regulären Buslinien ein wenig entlasten.

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          Die kleine Taunusrundfahrt kostet zwei Euro, für den ganzen Tag versteht sich. Zu zahlen nur von Erwachsenen, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Für diesen überschaubaren Betrag lässt sich bei Bedarf die Hauptattraktion des Hochtaunus umkreisen: Auf einer 13Kilometer langen Strecke verkehrt künftig an Wochenenden ein Pendelbus rund um den Großen Feldberg, der mit acht Haltestellen insgesamt 14 Parkplätze bedient – manche Abstellflächen liegen zu beiden Seiten der Straße.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Route startet am Sandplacken und führt am Teufelsquartier vorbei auf das Plateau. Von dort geht es Richtung Westen über den Kleinen Feldberg zum Roten Kreuz und weiter nach Nieder- und Oberreifenberg, wo der Bus natürlich auch an der Rodelwiese am Pechberg haltmacht. Dann geht es die Siegfriedstraße entlang zurück zum Sandplacken, nicht ohne vorher einen Abstecher zur Hegewiese gemacht zu haben.

          Pendelbus soll eine Ausgleichsfunktion einnehmen

          Kundigen Ausflüglern sind die Namen als typische Ziele geläufig. Wenn aber die Wetteraussichten gut und die Schneebedingungen ideal sind wie Anfang des Jahres, wird der Taunus für viele Autofahrer unerreichbar, weil sie im Stau feststecken. Was vor allem daran liegt, dass sie eine im wörtlichen Sinn einseitige Auswahl treffen. „Vor dem Kamm sind alle Parkplätze voll, hinter dem Kamm ist es leer“, fasste gestern Landrat Ulrich Krebs (CDU) die Funktion des Taunus als Verkehrsscheide prägnant zusammen. Der Vorzug des Taunus sei nun einmal, als einziges Mittelgebirge eine halbe Stunde Fahrt von der Frankfurter Hauptwache entfernt zu sein.

          Der „Shuttle-Bus Großer Feldberg“ soll als Zusatzangebot zu den regulären Buslinien die Lage ein wenig entspannen. „Rund um den Gipfel gibt es 500 Parkplätze“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Uwe Kraft (CDU). „Während es sich vor einigen wenigen staut, sind andere nicht belegt.“ Der Bus hat nun gewissermaßen eine Ausgleichsfunktion. Statt direkt unter dem Plateau zu parken, können Autofahrer zum Beispiel nach Niederreifenberg ausweichen und in wenigen Minuten Busfahrt zu einem anderen Ziel ihrer Wahl kommen. Der Pendelbus soll an Samstagen, Sonn- und Feiertagen mindestens von 9.30 Uhr bis 16 Uhr unterwegs sein, bei Bedarf auch länger. Das Angebot soll es geben, „wenn mit großem Andrang zu rechnen ist“. Das ist natürlich kein wirklich verlässliches Kriterium, weshalb spätestens freitags auf den Internetseiten www.taunus.info und www.gutacker-reisen.de zu erfahren sein soll, ob der Bus am Wochenende fährt. Traditionsverbundene Wanderer können es auch unter der Telefonnummer 06171/50780 versuchen.

          Der Verkehrsverband Hochtaunus übernimmt mögliche Defizite in der ein Jahr dauernden Pilotphase, doch Geschäftsführer Frank Denfeld rechnet damit, dass die Einnahmen einen großen Teil der Kosten tragen. Der Naturpark Taunus, der Taunus Touristik Service und die Gemeinde Schmitten sind ebenfalls dabei, und Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) verwies nicht ohne Stolz auf fünf Gaststätten am Streckenrand als alternatives Ausflugsprogramm: „Wer will, kann auch den ganzen Tag Bus fahren und essen und trinken.“

          Der Bus ist am nächsten Wochenende das erste Mal unterwegs und nicht von Jahreszeiten abhängig. Pendelbusse der Bundespost gab es früher schon, denn beliebt ist der Große Feldberg seit jeher. Über eine „Invasion von Skifahrern“ mit entsprechenden Autoschlangen schrieb diese Zeitung 1958, und nicht nur 1966 wurden die Zufahrtsstraßen wegen Überlastung gesperrt. Ganz so wie heute.

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