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Grenzwert für Stichstoffdioxid : Schadstoffbelastung sinkt in Hessen

Knapp darüber: An der Hügelstraße in Darmstadt wird der Grenzwert immer noch nicht eingehalten. Bild: dpa

Der Grenzwert für Stickstoffdioxid ist im vergangenen Jahr fast überall in Hessen eingehalten worden. Nur in Darmstadt gibt es eine Ausnahme.

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          Fast überall in Hessen ist im vergangenen Jahr der Grenzwert für Stickstoffdioxid eingehalten worden. Die endgültige Bilanz des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie bestätige die vorläufige Auswertung, teilte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) am Freitag mit. Danach nahm die Konzentration im Mittel um circa sechs Mikrogramm pro Kubikmeter ab.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Das entspricht einem Rückgang von etwa 18 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019. An den Messstationen in ländlichen Gebieten nahmen die Werte um etwa 13 Prozent ab, in den Städten reduzierten sie sich um 19 Prozent. „Dies bedeutet insbesondere für die Städte, in denen die Einhaltung der Grenzwerte in den letzten Jahren eine große Herausforderung war, eine erhebliche Verbesserung der lufthygienischen Situation“, stellte Hinz fest.

          „Das hat mit dem verringerten Verkehr während des Lockdowns zu tun, aber wir können auch feststellen, dass ergriffene Maßnahmen in den Städten ihre Wirkung zeigen.“ Die Ministerin nannte mehr Fahrradwege, bessere Anbindungen im öffentlichen Personennahverkehr, Park & Ride und intelligente Ampelsysteme. Hinz äußerte die Hoffnung, dass sich nach der Corona-Pandemie ein reduziertes Verkehrsaufkommen beibehalten lasse. Wenn es auch in Zukunft möglich sein werde, öfter im Homeoffice zu arbeiten und manche Konferenz online durchzuführen, bedeute das weniger Pendelverkehr zum Arbeitsplatz, weniger Reisen und damit auch eine geringere Luftbelastung.

          Auch Thomas Schmid, der Präsident des Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie, führte den Rückgang der Stickstoffdioxid-Konzentration jedenfalls zum Teil auf die beiden Corona-Lockdowns zurück. „Ob sich der rückläufige Trend nach der Corona-Krise weiter fortsetzt, wird erst mit den Ergebnissen von 2022 zu beurteilen sein. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Luft in den Städten sollten deshalb nicht vorschnell beendet, sondern langfristig fortgesetzt werden“, empfahl Schmid.

          Belastung am Mainkai um 40 Prozent abgenommen

          An den Messstellen in Darmstadt wurde im Vergleich zum Jahr 2019 ein Rückgang der Werte von 26 Prozent gemessen. Nur noch eine Messstelle an der Hügelstraße in der Innenstadt lag knapp über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter. In Frankfurt nahm die Belastung um 22 Prozent ab. An allen Messstellen wurde der Grenzwert eingehalten. Am Mainkai reichte der Rückgang im Schnitt sogar knapp an 40 Prozent heran. Dies führt grüne Umweltministerin auf die vorübergehende Einrichtung einer Fußgängerzone zurück, „ein eindeutiger Beleg für den Einfluss des Straßenverkehrs“.

          Das Landesamt überwacht die Einhaltung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid an 60 Messstellen. Bereits 2019 war die Belastung an vielen hessischen Messstellen gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich zurückgegangen.

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