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Greensill-Desaster : Der Lockruf der Zinsen

  • -Aktualisiert am

Bei Greensill angelegt: Wiesbaden hat weniger als zehn Prozent seiner Festgeldanlagen verzockt. Bild: Reuters

Nach dem Greensill-Desaster wird Wiesbaden wohl kein Geld mehr bei Privatbanken anlegen und den Hausbanken „Verwahrgelder“ überweisen. Die zahlen aber keine Dividende. Worin genau liegt dann der Gewinn?

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          Ohne Ausflüchte des verantwortlichen Kämmerers und ohne Schaum vor dem Mund der Stadtverordneten hat in der Wiesbadener Kommunalpolitik die Aufarbeitung des Greensill-Desasters begonnen. Es entspricht dem nüchternen Naturell von Kämmerer Axel Imholz (SPD), die Karten umfassend auf den Tisch zu legen und sich nicht vor der Schuldfrage zu drücken. Dass Wiesbaden weniger als zehn Prozent seiner Festgeldanlagen verzockt hat und die finanziellen Folgen in der Landeshauptstadt wohl sehr überschaubar bleiben, trägt zweifellos zu einer bislang erfreulich unaufgeregten Debatte bei. Imholz selbst wird sich am meisten ärgern, dass die Landeshauptstadt im Jahr 2019 unter seiner Verantwortung wieder begonnen hat, Festgeld ungesichert bei Privatbanken zu parken, nachdem sie diese Praxis zunächst eingestellt hatte.

          Ausgerechnet die Kommunalaufsicht, das hessische Innenministerium, hatte Wiesbaden vor zwei Jahren den Impuls gegeben, wieder mutiger zu werden, weil Einlagen bei Privatbanken nicht als spekulativ zu bewerten sind und Geldanlagen einen angemessenen Ertrag bringen sollen. Dieser Ertrag müsste streng genommen sogar die Inflationsrate übersteigen, wenn der Substanzverzehr des Steuerzahlergeldes vermieden werden soll. Davon kann bei mickrigen Zinssätzen natürlich keine Rede sein.

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