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Wiesbadener Fußgängerzone : Bronze weicht Naturstein

  • -Aktualisiert am

Aushängeschild mit Makel: Die Wiesbadener Fußgängerzone soll mit neuen Materialien aufgewertet werden. Bild: Samira Schulz

Die hessische Landeshauptstadt möbelt ihre Fußgängerzone auf. Auf Holz sitzt es sich besser als auf Metall und Naturstein ist nicht so rutschig wie Bronze.

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          Neun Jahre sind eine lange Zeit. So lange ist es her, dass die schon im Jahr 2004 begonnene Neugestaltung der Fußgängerzone unter dem Motto „Wiesbadener Gassen im neuen Gewand“ ihren Abschluss gefunden hatte. Von einem gepflegten Erscheinungsbild kann aber an vielen Stellen schon keine Rede mehr sein. Nicht nur wegen der starken Nutzung, sondern auch weil sich die Stadt damals mit einigen Materialien vergriffen hat.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Das gilt unter anderem für die Intarsien aus Bronze im Bodenbelag. Sie galten seinerzeit als wichtiges, hochwertiges Gestaltungselement und sollten Kirchgasse und Langgasse wie ein goldenes Band durchweben. Tatsächlich gaben und geben sie Anlass zu Beschwerden, weil sie bei Nässe nicht ausreichend rutschfest sind. Zudem lösten sie sich stellenweise vom Boden, weil der Klebstoff der Belastung nicht standhält. Entstandene Lücken wurden provisorisch und verunstaltend mit Asphalt verfüllt.

          Nun soll die Bronze durch Naturstein mit „Glimmereffekt“, sogenannten Valser Quarzit, ersetzt werden. Um sich gegen unschöne Überraschungen zu wappnen, soll es allerdings eine einjährige Testphase geben, um zu sehen, wie sich der Quarzit an ausgewählten Stellen bewährt. Auch das damals verlegte Natursteinpflaster ist an vielen Stellen schadhaft und soll ausgebessert werden.

          Fußgängerzone als die „Bühne für das Leben“

          Die Stadt ist um einen „funktionalen, gepflegten und homogenen Eindruck“ bemüht. Das gilt auch für die in die Jahre gekommenen Sitzbänke, die zumindest grundlegend überarbeitet, stellenweise aber auch ausgetauscht werden sollen. Die noch vorhandenen Metallbänke und -sitze sollen durch solche aus Holz ersetzt werden, weil dieses als angenehmeres und komfortableres Material gilt und sich die Metallbänke in der Sonne stark aufheizen können. Diesmal soll beim Austausch allerdings kein Tropenholz, sondern Sibirische Lärche oder heimische Douglasie zum Einsatz kommen.

          Platz zum Verweilen: Künftig soll es noch mehr Bänke geben.
          Platz zum Verweilen: Künftig soll es noch mehr Bänke geben. : Bild: Samira Schulz

          Insgesamt wird die Stadt in den Jahren 2022 und 2023 dafür rund eine Million Euro in die Hand nehmen. Umweltdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) kündigte an, dass die Stadt den Zustand von jedem Poller, jeder Bank, jedem Mülleimer, jedem Fahrradständer, jedem Lampenmast und jedem Brunnen genau ansehen und auf einen zeitgemäßen Standard bringen werde. Das gelte auch für die Einfassung der Bäume. Schließlich sei die Fußgängerzone die „Bühne für das Leben“ in der Innenstadt.

          Daueraufgabe Fußgängerzone

          Ähnlich sieht das der ehrenamtliche Stadtrat Markus Gaßner (CDU), der kommissarisch die Aufgaben des verstorbenen Stadtentwicklungsdezernenten Hans-Martin Kessler (CDU) übernommen hat. Gaßner sprach bei der Vorstellung des noch von Kessler initiierten Sanierungsprogramms von einer Aufwertung der „Lebensader“. Die künftig verwendeten Materialien seien hoffentlich besser gegen Abnutzung gefeit. Wiesbaden wolle bei der Gestaltung der Innenstadt auch dem Nimbus einer Stadt der Quellen und des Heilwassers Ausdruck geben.

          Kowol verwies darauf, dass schon an vielen anderen zentralen Orten in der City investiert worden sei oder noch investiert werde, um den Aufenthalt für Bürger und Besucher angenehmer zu machen, beispielsweise an der Friedrich-Ebert-Allee vor dem Kongresszentrum und am Dreililienplatz, ebenso an der Hochstättenstraße und der Badgasse. Auch der Kranzplatz werde bald neu gestaltet. Wiesbaden wolle seine Fußgängerzone erweitern und mehr Möglichkeiten zum Verweilen anbieten. Daher würden auch mehr Bänke aufstellt. Und damit die Stadt in zehn Jahren kein neues Sanierungsprogramm auflegen muss, soll die Pflege der Fußgängerzone künftig als Daueraufgabe betrachtet werden.

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