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Glauberg : Vorschusslorbeer für neue Leiterin der Keltenwelt

  • -Aktualisiert am

Wenige Wochen nach der Eröffnung dem Skandal um mutmaßlich rechtsextreme Wachmänner hat das Keltenmuseum auf dem Glauberg eine neue Leiterin Bild: Michael Kretzer

Nach der Abberufung der bisherigen Chefin des Keltenmuseums auf dem Glauberg löst die Berufung von Vera Rupp in der Wetterau vor allem positive Reaktionen aus. Sie hat von Anbeginn an das Museum und die Ausstellungen begleitet.

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          Nach dem Eklat um zwei Wachmänner, die bei der Eröffnung des Keltenmuseums auf dem Glauberg von einer Sicherheitsfirma eingesetzt worden waren, hat der Leitungswechsel an der Spitze des Glauberger Keltenmuseums in der Wetterau zu unterschiedlichen Reaktionen geführt.

          Mitarbeiter des Landesmuseums, das in den ersten zwei Wochen nach Eröffnung mehr als 11.000 Menschen besucht haben, äußerten sich enttäuscht darüber, dass sie vom Wechsel der bisherigen Museumsleiterin Katharina von Kurzynski ins Landesamt für Denkmalpflege erst aus den Medien erfahren hätten. Von Kurzynski soll dort künftig das „Sachgebiet Archäologisches Zentraldepot für Hessen und Fundarchiv Hessen im Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden“ leiten.

          Große Wertschätzung

          Die Archäologin soll dabei auch für die Koordination der Neuplanung eines archäologischen Zentraldepots in Hessen zuständig sein, wie es das Konzept für das Dezentrale Archäologische Landesmuseum des Landesarchäologen Egon Schallmayer vorsieht. Bestandteil dieses an mehreren Standorten verteilten Museumskonzepts ist neben der Keltenwelt am Glauberg auch das Römerkastell Saalburg im Taunus.

          Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums soll von Kurzynski, die Spezialistin für Vor- und Frühgeschichte und keltische Textilien ist, auch Ausgrabungen der Hessen-Archäologie - wie etwa die Funde aus der großflächigen Ausgrabung der keltischen Saline in Bad Nauheim - wissenschaftlich erforschen.

          Die Berufung der stellvertretenden Landesarchäologin Vera Rupp zur neuen Leiterin der „Keltenwelt am Glauberg“, zu der neben dem Museum auch noch der Archäologische Park und das Forschungszentrum zählen, wurde in der Wetterau mit großer Wertschätzung kommentiert. Vor allem wird in der Region anerkannt, dass Rupp, die Expertin für die Römerzeit ist und bis 2002 Wetterauer Kreisarchäologin war, das ehrenamtliche Engagement der Menschen rund um den Glauberg sehr schätzt. Bernd-Uwe Domes, der Geschäftsführer der Wetterauer Archäologischen Gesellschaft Glauberg, äußerte, es sei „fantastisch“, dass mit Rupp eine anerkannte Expertin die Leitung der Keltenwelt übernehme. Und Glauburgs Bürgermeister Carsten Krätschmer (SPD) bezeichnete Rupp, die ihre Arbeit mit Herzblut erledige, als „Glücksfall für die Region“.

          Ehrenamtlich in den Vereinen mitgewirkt

          Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) aus Bad Vilbel äußerte in einer Mitteilung, mit Rupp kehre eine der entscheidenden Personen auf den Glauberg zurück, die von Anbeginn an das Museum und die Ausstellungen begleitet, ehrenamtlich in den Vereinen mitgewirkt und zahllose Spenden gesammelt habe. Hahn, der auch Wetterauer Landtagsabgeordneter ist, äußerte, dass das neu errichtete Landesmuseum auf dem Glauberg mit seiner wissenschaftlichen Begleitung nun „unvorbelastet von negativen Erscheinungen“ weit über die Region hinaus ein Anziehungspunkt sein sollte.

          Der „ärgerliche Vorfall“ am Eröffnungstag werde derzeit „ordnungsgemäß von der Staatsanwaltschaft bearbeitet“. Politisch hoffe er, dass künftig keine Verbindung mehr zwischen Wachmännern und dem Keltenfürsten die öffentliche Diskussion belaste. Hierfür, so Hahn, sei die Ernennung von Rupp „ein wichtiger Garant“.

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