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1701 neue Corona-Infektionen : Gesundheitsminister Klose zuversichtlich für hessische Krankenhäuser

Höhepunkt zur Monatswende? Gesundheitsminister Kai Klose hofft auf Entlastung der Krankenhäuser im Dezember. Bild: dpa

Die maßgeblichen Werte wie die Inzidenz und die Zahl der Neuansteckungen mit Corona liegen nach wie vor sehr hoch in Hessen. Dennoch verbreitet Gesundheitsminister Kai Klose auch Optimismus.

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          Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen ist deutlich angestiegen an. Binnen eines Tages kamen 1701 neue Fälle hinzu, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag hervorgeht (Stand: 00.00 Uhr). Bei einer bundesweit leicht rückgängigen Zahl von 15.332 neuen Fällen wäre Hessen damit überproportional betroffen. Während das Bundesland rund acht Prozent Bevölkerungsanteil an der gesamten Republik stellt, hat es gut elf Prozent der neuen Fälle gemeldet.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Fälle liegt in Hessen nun bei 55.744. Insgesamt 786 Todesfälle werden mittlerweile mit dem Erreger in Verbindung gebracht. Das waren 28 mehr als am Vortag.

          Für Frankfurt weist das RKI einen weiterhin sehr hohen Inzidenzwert von 280,5 aus, Offenbach liegt sogar bei 298,6. Beides sind in der Region wie auch bundesweit Spitzenwerte. Die anderen Großstädte wie Mainz (228,3) und die Landeshauptstadt Wiesbaden (193,2) sowie Darmstadt (156,4) weisen niedrigere Werte aus.

          Keine Anordnung zur Verschiebung von Operationen

          Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Die Grünen) rechnet damit, dass die Auslastung der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten am Übergang vom November zum Dezember ihren voraussichtlichen Höhepunkt erreicht. Diese Schätzung ergebe sich daraus, dass die Zahlen der Infektionen sich mit einer Verzögerung von zwei bis vier Wochen in den Krankenhäusern bemerkbar machten. In einer Pressekonferenz am Dienstag äußerte Klose die Hoffnung, dass sich nach dem Monatswechsel die jüngsten Beschränkungen zunehmend auswirkten.

          Der Minister sieht nach eigenem gegenwärtig noch nicht die Notwendigkeit, nicht unbedingt notwendige Operationen wegen der Pandemie aufzuschieben. Wenn es soweit komme, werde dies wohl nicht landesweit angeordnet, sondern in den einzelnen Versorgungsgebieten entschieden. Nach Kloses Angaben befanden sich am Montag 1456 Covid-19-Patienten in hessischen Krankenhäusern, 308 wurden intensiv behandelt. Insgesamt standen 3078 Betten zur Verfügung. Die Kapazitäten würden momentan noch erhöht, wenn die Zahl der Patienten steige, so Klose. Auf den Intensivstationen würden fünfmal so viele Pfleger benötigt wie auf normalen.

          Nach Angaben von Professor Jürgen Graf, dem Leiter des Planungsstabes stationäre Versorgung Covid-19, gibt es 2400 Intensivbetten. 2078 davon seien aktuell betriebsbereit, der Rest könne bei Bedarf durch Umverteilung des Personals in Betrieb genommen werden. „Gegenwärtig sind wir zuversichtlich, dass wir die Kapazitäten nicht voll ausreizen müssen“, sagte Graf.

          Wieso die Inzidenz eine zentrale Kennziffer zur Bewertung des Verlaufs der Pandemie bleibt, aber ihre Einschränkungen hat, erläutert die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im F.A.Z-Interview. Wie sich Büro-Arbeiter angesichts der potentiellen Ausbreitung von Viren in Räumen am besten schützen können, sagt der Arbeitsmediziner David Groneberg.

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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