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Gesundheit : Tierärzte der Hasenpest auf der Spur - mehrere Menschen infiziert

  • Aktualisiert am

In Südhessen haben sich mehrere Jäger mit Hasenpest infiziert Bild: dpa/dpaweb

Die Untersuchung von zehn erlegten Feldhasen und einer Bisamratte soll die Frage klären, ob in Südhessen die Hasenpest grassiert. Auch Menschen können sich infizieren. Möglicherweise ist schon ein Mann an der Krankheit gestorben.

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          Nach der Infektion mehrerer Jäger im südhessischen Griesheim mit der Hasenpest (Tularämie) haben die Behörden erste Tiere zur Untersuchung an das Landeslabor in Gießen geschickt. „Wir haben heute morgen zehn erlegte Feldhasen und eine Bisamratte aus dem Revier bekommen“, sagte Amtstierärztin Christa Wilczek am Donnerstag in Darmstadt. Es soll festgestellt werden, auf welchem Weg die Jäger in Kontakt mit den Bakterien kamen, durch die sich die Krankheit überträgt. Dazu sollten in den kommenden Tagen weitere Tiere erlegt werden.

          „Eine seuchenhafte Verbreitung kann ich zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen“, sagte Wilczek. „In der Regel verlieren die Tiere ihre Scheu und magern einfach ab - und diese ganzen Symptome fehlen.“ Bislang seien auch weder in Griesheim noch in benachbarten Jagdbezirken verendete oder abgemagerte Hasen, Kaninchen oder Mäuse und Ratten gefunden worden, wie dies beim Auftreten der Hasenpest zu erwarten wäre. Berichte über krankhaft veränderte Organe bei erlegten Tieren gebe es ebenfalls nicht.

          Hoch ansteckende Bakterieninfektion

          Zum Fall eines Mannes, der vor seinem Tod Symptome der meldepflichtigen Krankheit gezeigt hatte, sagte die Pressesprecherin des Kreises Darmstadt-Dieburg, Doris Becker: „Die ganze Konstellation spricht dafür, daß er auch angesteckt war.“

          Die in Deutschland sehr seltene Hasenpest (Tularämie) ist eine hoch ansteckende Bakterieninfektion. Sie kann allerdings nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, sondern nur von infizierten Tieren auf Menschen, die mit ihnen eng in Berührung kommen. Die Krankheit ist meldepflichtig. Nach Angaben des Berliner Robert Koch Instituts (RKI) gab es 2003 und 2004 jeweils drei Fälle in Deutschland.

          Menschen können sich nach Darstellung des Gießener Veterinärdirektors Jens Frost mit der Hasenpest infizieren, wenn der Erreger über kleine Hautverletzungen in den Organismus gelangt; auch Insekten wie Zecken könnten das Bakterium übertragen. Die Symptome sind nach Angaben des RKI sehr unterschiedlich - sie reichen von Fieber, Übelkeit, Durchfall, Hautgeschwüren bis zur Lungenentzündung. Behandelt werden kann die Krankheit mit Antibiotika, ein Impfstoff ist in Deutschland nicht verfügbar.

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