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Gesundheit/Kriminalität : Ärzte sollen Leistungen für tote Patienten berechnet haben

  • Aktualisiert am

Mindestens 40 Ärzte in Hessen werden verdächtigt, in einen Abrechnungsskandal mit toten Patienten verwickelt sein. Allein die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt in sieben derartigen Fällen.

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          Mindestens 40 Ärzte in Hessen werden verdächtigt, in einen Abrechnungsskandal mit toten Patienten verwickelt sein. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Vorabbericht des Hessischen Fernsehens.

          Demnach ermittelt allein die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main in sieben derartigen Fällen. Dem Bericht zufolge hatte ein Allgemeinarzt aus Offenbach noch zwei Jahre nach dem Tod eines Krebspatienten sieben Quartale lang Honorare für Leistungen abgerechnet.

          KV-Sprecher Karl Matthias Roth sagte auf AP-Anfrage, zu dem Thema ermittle bereits seit drei Jahren eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Ärzten und Krankenkassen. Die Betrügereien seien aufgefallen, als die Daten der Kassen und der Kassenärzte miteinander verglichen wurden. Die KV Hessen habe daraufhin die Staatsanwaltschaften informiert. Ein Sprecher der AOK Hessen sagte, der entstandene Schaden könne noch nicht beziffert werden.

          2003 ähnlicher Betrug in Niedersachsen aufgeflogen

          Roth erklärte, die Untersuchungen der Arbeitsgruppe seien erst nach einer Gesetzesänderung möglich geworden. Erst seit wenigen Jahren sei es den Kassen möglich, Abrechnungsdaten einzusehen. Die Arbeitsgruppe untersuchte Roth zufolge Quartale ab dem Jahr 2000. Ihre Arbeit werde fortgesetzt.

          Ein ähnlicher Skandal war Anfang 2003 in Niedersachsen bekannt geworden. Damals wurde gegen hunderte Ärzte ermittelt, die Behandlungen und Untersuchungen von Patienten in Rechnung gestellt haben sollen, die schon Jahre lang tot waren. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen gibt es zwischen beiden Betrugsserien keinen Zusammenhang.

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