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Gesundheit : Hessen gehen wegen der Praxisgebühr weniger zum Arzt

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Seit der Einführung der Praxisgebühr gehen die Hessen seltener zum Arzt. So sanken die Fallzahlen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres gegenüber dem letzten Quartal des Vorjahres um acht Prozent. Umgekehrt ist der Trend bei Radiologen und Laborärzten.

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          Seit der Einführung der Praxisgebühr gehen die Hessen seltener zum Arzt. Wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen am Montag berichtete, sanken die Fallzahlen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres gegenüber dem letzten Quartal des Vorjahres um acht Prozent. Damit war die Zurückhaltung in Hessen nicht ganz so stark wie im Bundesdurchschnitt: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte einen Rückgang von durchschnittlich zehn Prozent gemeldet.

          Deutliche Unterschiede stellte die KV Hessen bei den einzelnen Fachgruppen fest: Bei Allgemeinmedizinern blieben neun Prozent der Patienten weg, bei Kiefer- und Gesichtschirurgen waren es hingegen sogar 30 Prozent. Augenärzte verzeichneten einen Rückgang von 17 Prozent. Solch deutliche Zahlen begründet die KV mit „Vorzieheffekten“: Die Patienten hätten planbare Anschaffungen wie Brillen oder Zahnspangen noch schnell vor der Einführung der Praxisgebühr gemacht.

          Aufwärtstrend bei Radiologen und Laborärzten

          Eine gegenteilige Tendenz zeigt sich bei Fachgruppen, die in erster Linie auf Überweisungen tätig werden wie Radiologen oder Laborärzte. Zu ihnen kamen drei beziehungsweise sechs Prozent mehr Patienten. Kinderärzte hatten vier Prozent mehr Zulauf, ihre Patienten sind von der Gebühr befreit.

          Der Vorsitzende der KV Hessen, Horst Rebscher-Seitz, zeigte sich mit der ersten Bilanz zufrieden: „Es scheint so, daß die schlimmsten Befürchtungen nicht wahr geworden sind.“ Auch die Zahl der säumigen Zahler war geringer als befürchtet: Nur jeder tausendste blieb die Praxisgebühr schuldig.

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