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Gesundheit : Auch im Kreis Offenbach droht nun Gefahr durch Zeckenbisse

  • Aktualisiert am

Gilt in fünf hessischen Kreisen: Zeckengefahr Bild: dpa

Das hessische Risikogebiet für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung ist größer geworden. Das Berliner Robert Koch-Institut stuft inzwischen auch den Landkreis Offenbach als Risikoregion ein. Zudem droht Borreliose.

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          Das hessische Risikogebiet für die von Zecken übertragene Hirnhautentzündung FSME ist größer geworden. Das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) stuft inzwischen auch den Landkreis Offenbach als FSME-Risikoregion ein. Die anderen vier Risikogebiete sind die Kreise Marburg-Biedenkopf, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und Odenwald, wie aus dem aktuellen „Epidemiologischen Bulletin“ des RKI hervorgeht.

          Im vergangenen Jahr wurden laut RKI 22 FSME-Fälle mit einer Infektion in Hessen gemeldet. Das waren nach RKI-Angaben vom Montag drei mehr als 2003. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 274 FSME- Erkrankungen registriert - zwei weniger als 2003. Fast 90 Prozent der Fälle im Jahr 2004 traten in Baden-Württemberg und Bayern auf.

          Etwa 70 Prozent der Infektionen verlaufen unbemerkt

          Die mit Zeckenbissen übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine von Viren ausgelöste Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns. Etwa 70 Prozent der Infektionen verlaufen unbemerkt und harmlos. Bei ungünstigem Verlauf kann die Krankheit jedoch bleibende Nervenschäden hinterlassen und sogar zum Tod führen. Die Häufigkeit der Infektionen nimmt seit Jahren zu; so lag die Zahl der bundesweit gemeldeten Fälle 1991 noch unter 50.

          In den meisten europäischen Ländern, in denen FSME vorkomme, sei das Auftreten zwischen 1974 und 2003 angestiegen, heißt es in dem RKI-Bericht. Dies liege jedoch auch daran, daß beispielsweise mehr Menschen reisten und sich die Diagnostik verbessert habe. In Deutschland gibt es erst seit 2003 eine Meldepflicht für FSME.

          RKI empfiehlt eine Impfung für Menschen in Risikogebieten

          Die Ständige Impfkommission am RKI empfiehlt eine Impfung für Menschen, die in Risikogebieten der Gefahr von Zeckenbissen ausgesetzt sind. Außer der von Viren ausgelösten FSME können Zecken auch die nicht mit einer Impfung vermeidbare Lyme-Borreliose übertragen, die von Bakterien verursacht wird und sich nicht auf Risikogebiete beschränkt.

          Die Borreliose ist mit bundesweit geschätzten 40 000 Neuinfektionen pro Jahr deutlich häufiger als FSME. Wird sie rechtzeitig erkannt, läßt sie sich mit Antibiotika behandeln und verläuft dann meist gutartig.

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