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Mordurteil gegen Sektenchefin : Schockierende Gedankenwelt

Hartes Strafmaß: Im Vorfeld der Urteilsverkündung stehen die Richter Dr. Peter Graßmück (rechts) und Dr. Niels Höra (links) vor der Angeklagten. Bild: Lucas Bäuml

Wegen Mordes an einem vierjährigen Jungen ist die Anführerin einer Sekte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Vor Gericht wird ein verstörender Personenkult offenbar.

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          Im Hanauer Prozess um den Kindsmord in einer Sekte vor mehr als 30 Jahren hat das Landgericht am Donnerstag eine lebenslange Haftstrafe verhängt. Die Anführerin der Gemeinschaft in Hanau, die heute 73 Jahre alte Sylvia D., wurde des Mordes schuldig gesprochen. Nach Überzeugung der Ersten Großen Strafkammer hat sie am 17. August 1988 einen vier Jahre alten Jungen in einem Stoffsack qualvoll ersticken lassen. Jan H. war ihr von dessen Eltern, Anhängern der Sekte, zur Betreuung überlassen worden.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          In den Sack gezwungen worden war der Junge von seiner Mutter Claudia H., allerdings auf Anweisung von Sylvia D. Die Sektenführerin hatte vorher immer wieder behauptet, der Junge sei vom Bösen besessen und stelle eine Gefahr war, wie es in der Urteilsbegründung hieß.

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