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Genussmittel : Stöffche ohne Promille

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Stellt sieben Millionen Liter Apfelwein im Jahr her: Martin Heil aus Laubus-Eschbach Bild: Anna Mutter

Alkoholfreies Bier erfreut sich einer steigenden Nachfrage. Das hessische Nationalgetränk, der Apfelwein, war dagegen bisher nicht ohne Alkohol zu haben. Das ändert sich nun: Das „bleifreie“ Stöffche schmeckt wie milde Apfelschorle plus Ebbelwei-Note.

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          Hessens Nationalgetränk Apfelwein gibt es künftig auch in einer alkoholfreien Variante. Als erste Großkelterei bringt die Firma Heil aus Laubus-Eschbach im Taunus einen Apfelwein auf dem Markt, dem nach der Gärung der Alkohol entzogen worden ist. Man sei vor allem vom Erfolg alkoholfreier Weizenbiere zu diesem Schritt animiert worden, sagte Firmenchef Martin Heil am Donnerstag. Die Menschen suchten die Erfrischung und die könne alkoholfreier Apfelwein ebenfalls bieten.

          Ein erster Geschmackstest in der FAZ.NET-Redaktion ergab: Die Innovation aus Laubus-Eschbach schmeckt wie mild-fruchtige Apfelschorle und weist dazu eine erkennbare Ebbelwei-Note auf.

          Nach Darstellung der Kelterei wird der Alkohol unter einem Vakuum abdestilliert. Die dabei ebenfalls flüchtigen Aromen würden aufgefangen, vom Alkohol getrennt und dem Getränk wieder zugeführt. Es eigneten sich nur besonders aromareiche Apfelsorten wie Renette, Rambour, Schafsnase oder Boskoop für diese Prozedur.

          Fünf Prozent vom Gesamtabsatz soll alkoholfrei werden

          Das Vakuum ermögliche eine schonende Abdampftemperatur von 30 Grad. Heraus kommt ein Apfelwein mit 0,3 Volumenprozent Restalkohol. Im Unterschied zu Apfelsaft ist er deutlich saurer und leichter, da der Fruchtzucker nicht mehr enthalten ist. Getränke mit einem Wert unter 0,5 Prozent dürfen als alkoholfrei verkauft werden.

          Als Nummer drei unter den hessischen Apfelkeltereien produziert Heil nach eigenen Angaben rund 7 Millionen Liter Apfelwein im Jahr. „Mit einem alkoholfreien Anteil von fünf Prozent wie beim Bier wären wir hochzufrieden“, erklärte der Firmenchef.

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