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Semesterbeginn : Studieren, worauf man Lust hat

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Studieren Biowissenschaften: Lena Seiler (links) und Nina Schlepper in einem Kursraum der Goethe-Universität. Bild: Frank Röth

Akademiker haben gute Jobperspektiven, in manchen Fachrichtungen aber nicht unbedingt. Studienanfänger wissen darum - und wählen sie trotzdem.

          In diesem Herbst haben wieder Tausende junger Menschen im Rhein-Main-Gebiet ein Studium aufgenommen. Gelingt ihnen in ein paar Jahren der Abschluss, sind ihre Jobperspektiven im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Hochschulabschluss grundsätzlich sehr gut - die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist gering. Je nach Fachrichtung aber gibt es große Unterschiede: Wer etwa mit Informatik angefangen hat, erhält womöglich noch während des Studiums ein lukratives Stellenangebot. Und wer unter der Masse der Jura- oder Maschinenbau-Studenten nicht zur großen Gruppe der Abbrecher zählt, sondern sein Studium mit einer guten Note abschließt, dürfte in der Regel kein Problem haben, eine gut bezahlte Tätigkeit zu finden. Doch was ist mit Studenten, die zum Beispiel ein Studium der Theaterwissenschaft oder Ägyptologie begonnen haben?

          Rowena Hohensee aus Schleswig-Holstein etwa war sieben Jahre lang Mitglied der Theater-AG ihrer Schule gewesen und hatte in der Oberstufe „Darstellendes Spiel“ gewählt. Das Theaterspielen gefiel ihr so gut, dass sie als Schülerin überlegte, nach dem Abitur an eine Schauspielschule zu gehen. Letztlich schreckten sie die prekären Bedingungen, unter denen viele Schauspieler arbeiten müssen, aber zu sehr ab, und sie entschied sich dagegen. Nach einem Jahr in Australien hat die Zwanzigjährige nun in diesem Semester ein Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt aufgenommen und als Nebenfach Skandinavistik gewählt. Auch mit dieser Fächerwahl hat sie keine eindeutige, klar umrissene Berufsperspektive. Sie wisse, dass es sich nicht um eine „explizite Ausbildung“ handle, sagt Hohensee. Doch nur wenn ihr etwas Spaß bereite, könne sie sich auch dazu motivieren. Es gehe ihr nicht darum, „hinterher am meisten Geld zu verdienen“. Gleichwohl ist es für sie selbstverständlich, während des Studiums durch Studentenjobs und Praktika erste Erfahrungen in möglichen Berufsfeldern zu sammeln, etwa in der Filmbranche.

          Den intellektuellen Neigungen folgen

          Das empfiehlt auch Alexandra Baboula. Sie arbeitet im „Career Service“ der Goethe-Universität und berät Studenten in Karrierefragen. Besonders nachgefragt ist ihr Rat unter Studenten der Geistes- und Kulturwissenschaften. Für diese, sagt Baboula, sei es „ganz wichtig, nicht nur zu studieren, sondern auch ihr Profil zu schärfen“. Schließlich bereite das Studium dieser Fächer vor allem auf eine wissenschaftliche Karriere vor, die nur wenige anstrebten und nur wenigen auch offenstehe. Es gelte deshalb, durch Nebenjobs und Praktika während des Studiums „Akzente“ zu setzen. Renate Empting, Berufs- und Studienberaterin der Agentur für Arbeit Frankfurt, sieht das ähnlich: Geisteswissenschaftler hätten den Vorteil, „über den Tellerrand“ schauen zu können. Für eine Tätigkeit außerhalb der Forschung müssten die Absolventen aber „noch ein bisschen mehr mitbringen“ - zum Beispiel Sprach- oder BWL-Kenntnisse - als allein das, was im Curriculum vermittelt werde.

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