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Verabredete Massenschlägereien : Polizei rätselt über „Schlägertrupp“

Gelnhausen: Auf dem Barbarossamarkt sorgten wohl die gleichen Täter für Ärger, wie zuvor in Hanau. Bild: Rainer Wohlfahrt

Junge Männer haben sich zu Prügeleien in Hanau und Gelnhausen verabredet. Warum, ist unklar. Die Tatverdächtigen, die meisten davon Einheimische, schweigen eisern.

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          Zwischen den Prügeleien unter Jugendlichen in Hanau und Gelnhausen besteht ein Zusammenhang. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Südosthessen gestern bestätigte, waren einige der jungen Leute, die am späten Freitagabend mit dem Zug von Hanau nach Gelnhausen gekommen waren, auch an der Auseinandersetzung eine Woche zuvor in der Hanauer Altstadt beteiligt. Es handelt sich um Jugendliche türkischer Herkunft. Wie berichtet, waren sie mit einer größeren Gruppe afghanischer Flüchtlinge aneinandergeraten. Die Polizei konnte eine Massenschlägerei am Hanauer Schlossgarten in letzter Minute verhindern. Nun haben sie mit Heranwachsenden aus Gelnhausen offenbar Streit gesucht.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Die Hintergründe beider Vorfälle sind nach wie vor unklar. Ein Polizeisprecher sagte, die Ermittlungen gestalteten sich „sehr mühsam“. Nach derzeitigen Erkenntnissen spielen die Jugendlichen türkischer Herkunft die wesentliche Rolle, da sie in beiden Fällen involviert waren und als eine Art „Schlägertrupp“ aufgetreten sind. Die Tatverdächtigen, deren Personalien ermittelt werden konnten, geben keinerlei Auskunft. Schon nach dem ersten Vorfall haben die Beamten die einschlägigen Internetforen und sozialen Netzwerke durchforstet. Laut Polizei gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass sich die Beteiligten zum Austragen eines Streits verabredet hätten.

          Die Gruppe aus Hanau kam mit der Bahn und war sehr aggressiv

          Derzeit rekonstruiert die Polizei den Ablauf der jüngsten Schlägerei in Gelnhausen. Demnach ist die Gruppe aus Hanau gegen Mitternacht mit dem Zug nach Gelnhausen gefahren, angeblich, um an dem Traditionsfest Barbarossamarkt in der Altstadt teilzunehmen. Als die Jugendlichen am Freitag um 23.30 Uhr am Gelnhäuser Bahnhof ankamen, ging das Fest in der historischen Altstadt an diesem Abend aber schon seinem Ende entgegen. Die Gruppe aus Hanau traf auf dem Festgelände oder in der Nähe schließlich auf etwa 70 junge Leute aus Gelnhausen. Es soll sich überwiegend um Einheimische handeln, teils Deutsche, teils Jugendliche mit ausländischen Wurzeln, wie die Polizei sagt. Auch einige Mädchen waren darunter.

          Das Geschehen hat sich dann recht schnell vom Barbarossamarkt auf die Einkaufsstraßen zwischen dem Ziegelturm und dem Bahnhof verlagert. Die Beteiligten seien zum Teil sehr aggressiv gewesen und hätten auch diverse Gegenstände als Waffen eingesetzt, als sie auf ihre Gegenüber losgegangen seien. Die Beamten hätten versucht, die Schläger voneinander zu trennen und die Personalien aufzunehmen. Danach habe man Platzverweise erteilt. Die Hanauer seien schließlich wieder mit dem Zug zurückgefahren. Insgesamt vier Personen wurden schwerer verletzt: zwei Beteiligte aus Hanau und zwei aus Gelnhausen. Sie haben inzwischen Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.

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