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: Gehrke soll in Darmstadt für die CDU bei der Direktwahl antreten

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Die CDU wird mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gehrke in den Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters gehen. Das hat der Kreisvorstand der Partei einstimmig beschlossen. Gehrke tritt im nächsten März damit zum zweiten Mal als Kandidat für diesen Posten an.

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          Die CDU wird mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gehrke in den Kampf um das Amt des Oberbürgermeisters gehen. Das hat der Kreisvorstand der Partei einstimmig beschlossen. Gehrke tritt im nächsten März damit zum zweiten Mal als Kandidat für diesen Posten an. Im Januar 1999 war er dem amtieren Rathauschef Peter Benz (SPD) mit nur 782Wählerstimmen knapp unterlegen. Mit dieser Nominierung stehen drei Kandidaten fest: außer Gehrke der SPD-Bundestagsabgeordnete Walter Hoffmann und die Schuldezernentin Daniela Wagner für die Grünen.

          Mit der Nominierung von Gehrke, die ein Kreisparteitag am 31.August noch bestätigen muß, will die Union einen "Sympathieträger über die Grenzen der CDU-Wählerschaft hinaus setzen", wie die Kreisvorsitzende Karin Wolff sagte. Der bislang vielfach als Favorit für die Kandidatur gehandelte Landtagsabgeordnete und Stellvertreter Gehrkes in der Fraktion, Rafael Reißer, zeigte sich loyal gegenüber dem Kandidaten. Er werde gemeinsam mit Wolff und Gehrke den Wahlkampf bestimmen.

          Gehrke habe bei der Kommunalwahl 2001 mit 34629 Wählerstimmen am besten von allen Kandidaten abgeschnitten, betonte Wolff; der meistgewählte SPD-Kandidat sei damals Kurt Weidmann mit 22271 Stimmen gewesen. Insofern habe die Union guten Grund für Selbstbewußtsein. Wolff sagte auch, daß der SPD-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl, Hoffmann, durchaus Zustimmung in der Bevölkerung genieße. Die Nominierung Hoffmanns habe mit der CDU-Entscheidung aber nichts zu tun. Gehrke sagte, die Entscheidung zwischen ihm und Reißer habe schon vor der Hoffmann-Nominierung festgestanden.

          Hoffmann stehe als Bundestagsabgeordneter für die Politik der Bundesregierung, sagte Wolff, und als ehemaliger Stadtverordneter auch für die Kommunalpolitik von Benz, Bürgermeister Wolfgang Glenz und Stadtverordnetenvorsteher Weidmann. Sie beklagte das politische Klima in der Stadt, das sich auf die Verwaltung auswirke. Eine größere Distanz des Magistrats zur Bevölkerung sei gar nicht denkbar, meinte sie unter Hinweis auf die Abwasseraffäre und die Querelen um den Drogenkontaktladen "Scentral". In der Verwaltung herrsche Mißtrauen und Verdruß, wie sich bei Personalversammlungen zeige. Der Verschleiß von Dezernenten lasse zudem Unsicherheiten aufkommen: "Wer führt den Laden?"

          Gehrke werde in seiner "anerkannten und freundlichen Art" für mehr Transparenz in der Stadt sorgen, er zeichne sich durch Tatkraft und Zuneigung zu Darmstadt aus, meinte Wolff. Als Geschäftsführer des TÜV Hessen habe er auch wirtschaftliche Erfolge aufzuweisen.

          Gehrke will nach seinen Worten vor allem die Verkehrs- und die Familienpolitik in den Vordergrund seines Wahlkampfes stellen. Er habe mit Reißer als Sozialpolitiker und mit dem CDU-Stadtverordneten Andre Schellenberg als Finanzfachmann ein gutes Team. Mit Ankündigungen zu den drei bestimmenden kommunalpolitischen Themen hielt Gehrke sich allerdings zurück: Bei den Abwassergebühren plädiere die CDU bekanntlich für eine saubere Lösung der Rückzahlung. Die Bereinigung der Planung auf dem "Knell"-Gelände werde gewiß noch bis in den nächsten Sommer hinein andauern, wenn er im Falle seiner Wahl das Amt antreten werde. Hierfür müßten Investoren gesucht und gefunden werden. Für das Wissenschafts- und Kongreßzentrum müsse man den Stand analysieren, und für eine Investition von 77Millionen Euro sei es zwingend, die künftige Nutzung vorab zu klären. Im übrigen müsse man sich an geschlossene Verträge halten.

          Von einer Wahl Gehrkes zum Oberbürgermeister erhoffe die CDU sich auch positive Auswirkungen auf die 2006 anstehende Kommunalwahl, sagten der Kandidat und die Kreisvorsitzende. Auf Spekulationen zu künftigen Koalitionen in Darmstadt wollte Gehrke sich nicht einlassen. Er schloß aber auch keine Konstellation aus.

          Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Glenz nannte die Nominierung von Gehrke eine "Notlösung der CDU". Gehrke habe sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren bereits auf dem Rückzug aus der Darmstädter Kommunalpolitik befunden. Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung des CDU-Vorstandes ein "Ausdruck personeller Armut und Ausgezehrtheit" der Partei. Die Chancen der Sozialdemokraten werde die Kandidatur jedenfalls verbessern, sagte Glenz.ziz.

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