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Ökonomisches Experiment : Gehaltsdeckel für Manager kann schädlich sein

Aufreger: Mit der Initiative 1:12 haben sich Schweizer gegen hohe Managergehälter. Dabei ging es um den Fall, dass ein Spitzenbanker so viel verdiente wie zwölf Beschäftigte zusammen Bild: Reuters

Gehaltsobergrenzen für Manager finden viele sinnvoll. Forscher der Uni Gießen haben jedoch im Experiment gezeigt, dass ein solcher Deckel auch negative Folgen haben kann.

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          Managergehälter zu begrenzen, könnte unerwünschte Folgen haben. Das legt eine experimentelle Studie von Forschern der Universitäten Gießen und Bayreuth nahe. In ihrem Versuch hielt eine Verdienst-Obergrenze die Probanden nicht nur davon ab, zu große Wagnisse einzugehen. Sie führte auch dazu, dass moderate Risiken vermieden wurden, selbst wenn es unternehmerisch sinnvoll gewesen wäre, sich auf sie einzulassen.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für ihr Experiment warben die Forscher gut 400 Teilnehmer an. Diese mussten eine risikobehaftete Entscheidung treffen; je mehr sie sich trauten, desto höher war ihre potentielle Vergütung. Bei der einen Hälfte der Probanden wurde die Belohnung nach oben begrenzt, bei der anderen nicht. Grundsätzlich verringerte die Deckelung die Risikobereitschaft.

          Wagnisbereitschaft sinkt

          Allerdings wurden auch solche Testpersonen vorsichtiger, die von der Obergrenze gar nicht betroffen waren, weil sie ohnehin keine hohen Risiken eingingen. Die Wagnisbereitschaft dieser Personen sinkt noch weiter, wenn sie ihre Entscheidung rechtfertigen müssen – was viele Unternehmen inzwischen tatsächlich von ihren Mitarbeitern verlangen.

          Der Gießener Wirtschaftsprofessor Arnt Wöhrmann folgert daraus, dass Gehaltsbegrenzungen kontraproduktiv sein könnten: Manager mit ohnehin geringer Risikofreude würden dadurch eventuell von ökonomisch notwendigen Entscheidungen abgehalten.

          Link zur Publikation

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