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Betrug : Gefälschte Hessentickets im Umlauf

  • Aktualisiert am

Kontrolleure haben gefälschte Hessentickets entdeckt. Bild: dpa

Wieder sind gefälschte Hessentickets aufgetaucht. Der Landtag streitet derweil darum, wer die echten Fahrscheine bekommen soll.

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          Bei Kontrollen in Nahverkehrszügen sind wieder gefälschte Hessentickets entdeckt worden. Bundespolizisten überprüften die Strecke von Kassel nach Frankfurt zusammen mit den Verkehrsverbünden Rhein-Main (RMV) und Nordhessen (NVV). Wie eine RMV-Sprecherin am Donnerstag sagte, war es bereits in der Vergangenheit zu zahlreichen Missbrauchsfällen gekommen. Daher sei zu Beginn des Jahres die Pflicht eingeführt worden, dass die bis zu fünf Mitfahrer namentlich auf dem Ticket vermerkt werden müssen.

          Mit der neuen Regelung aber hat sich eine neue Missbrauchsmethode etabliert. Angebliche Verkäufer bieten nach Angaben der Bundespolizei Reisenden an, gegen Entgelt auf einem Hessenticket mitfahren zu dürfen. Nach der Fahrt werden die Namen verbotenerweise entfernt und die Tickets so mehrfach genutzt. Wer aber auf einem gefälschten Ticket mitfährt und namentlich auf dem Ticket eingetragen ist, macht sich strafbar. Nach Angaben der Bundespolizei werden die gefälschten Tickets derzeit vor allem an den Bahnhöfen Kassel, Gießen und Frankfurt angeboten.

          Das Hessenticket kostet 35 Euro. Es gilt für beliebig viele Fahrten in hessischen Nahverkehrszügen und Verkehrsverbünden und kann einen Tag lang genutzt werden. Von Montag bis Freitag gilt das Hessenticket ab 9 Uhr bis zum Betriebsschluss um 3 Uhr am nächsten Tag, an Wochenenden und Feiertagen ganztägig.

          Vorschlag für Hessenticket an Ehrenamtler sorgt im Landtag für Streit

          Opposition und Regierungsfraktionen im hessischen Landtag haben sich gegenseitig vorgeworfen, das Thema „Ehrenamt“ im Wahlkampf zu instrumentalisieren. Hintergrund ist ein Vorschlag von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), für Ehrenamtler ein subventioniertes Ticket für Busse und Bahnen einzuführen. „Wenn dann eine solche Vergünstigung wenige Wochen vor der Wahl vorgeschlagen wird, dann drängt sich der Eindruck eines Wahlgeschenks auf“, sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Stefan Müller, am Donnerstag in Wiesbaden. Jedoch ließen sich Ehrenamtliche nicht kaufen.

          Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Günter Rudolph, kritisierte wieder, dass nur die rund 15.000 Ehrenamtlichen vom Hessenticket profitieren sollen, die eine Ehrenamtscard haben. Dies grenze Hunderttausende Menschen aus. Die Karte wird an engagierte Bürger vergeben, die mehr als fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich tätig sind. Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte den SPD-Vorwurf „konstruiert“. Die Opposition breche eine „rein parteitaktische Diskussion“ vom Zaun, was gerade beim Thema Ehrenamt sehr bedauerlich sei.

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