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Fußball : Mainz 05: Ein dreifach donnerndes Helau auf „Kloppo“

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Tränen der Aufstiegsfreude: Mainz-Trainer Klopp Bild: dpa/dpaweb

Es ist vollbracht: Im dritten Anlauf haben die Fußballer des 1. FSV Mainz 05 am Sonntag den Sprung in die erste Liga geschafft. "Einer wie er, der könnte in Mainz jetzt alles werden", sagte ein Fan danach über Trainer Jürgen Klopp.

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          Es ist vollbracht: Im dritten Anlauf haben die Fußballer des 1. FSV Mainz 05 am Sonntag den Sprung in die erste Liga geschafft. "So ein Tag, so wunderschön wie heute", urteilten denn auch Tausende stimmgewaltiger Fans, die sich unmittelbar nach dem gewonnenen Endspiel zum kollektiven Schunkeln und Helau-Rufen auf dem Rasen des Bruchwegstadions eingefunden hatten. Lange mußten sie sich dort gedulden. Dann endlich zeigte sich die Mannschaft und schließlich auch der alles überstrahlende Trainer Jürgen Klopp.

          "Einer wie er, der könnte in Mainz jetzt alles werden", sagt ein Fan. "Wenn er morgen damit anfängt, Brezeln zu backen, können alle anderen Buden in der Stadt dichtmachen." Oder "Kloppo" kandidiert im Herbst als neuer Oberbürgermeister, mutmaßt ein anderer. "Keine Frage, daß er die Wahl glatt gewinnen würde."

          Klopp selbst denkt allerdings nicht daran, das Fach zu wechseln: "Wir werden Gas geben ohne Ende und alles auf den Kopf stellen", versprach der mit den "Nullfünfern" in den beiden vergangenen Jahren knapp am Aufstieg gescheiterte Trainer: "Wir sind so geil auf diese Liga." Daß die Mainzer in der Ersten Bundesliga mit offenen Armen empfangen werden, steht für den seit 16 Jahren amtierenden Vereinspräsidenten Harald Strutz außer Frage. Während im Hintergrund ein mit rot-weißen oder wahlweise auch vierfarbbunten Fanschals geschmückter Schornsteinfeger-Chor singt, behält Strutz bei der Analyse einen kühlen Kopf: "Das heute ist das Ergebnis einer jahrelangen Aufbauarbeit. Und dieser Erfolg ist gut für die ganze Region." Dabei sei es den Mainzern gelungen, sich ein "unverwechselbares Image als Fastnachtsverein" zu schaffen. Nicht zuletzt deshalb ist sich der Präsident sicher, daß sich bei der großen "05-Aufstiegsparty" am Montag alle verfügbaren Korporationen und Fastnachtsgarden werden sehen lassen. Gefeiert wird, soweit es am Sonntag feststand, von 17 Uhr an rund um die "Lu" - also vom Staatstheater bis zum Schillerplatz.

          Einen Vorgeschmack auf den zu erwartenden "Rosenmontag im Mai" gab es bereits am Sonntag. Gut eine Stunde nach dem Abpfiff, als Eintracht Trier 3:0 geschlagen war, sammelten sich die 05-Fans zum Auftakt der Festtage vor dem Staatstheater. Autokorsos und Hupkonzerte verwandelten die Innenstadt innerhalb weniger Minuten in eine einzige Festmeile. Selbst Bischof Karl Kardinal Lehmann ließ es sich nicht nehmen, zu gratulieren: "Endlich hat es Mainz 05 im dritten Anlauf geschafft", hieß es in der telefonisch übermittelten Botschaft an Mannschaft und alle Verantwortlichen.

          Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) dürfte es nicht bereut haben, daß er auf seine Berufung in die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten in Berlin verzichtet und statt dessen seinen Platz in dem mit 18 700 Zuschauern ausverkauften Bruchwegstadion eingenommen hatte. Am Ende stimmte Beutel mit ein: "So ein Tag, so wunderschön wie heute. So ein Tag, der dürfte nie vergehn." (sug.)

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