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Funde aus Jungsteinzeit : Der Glauberg war schon vor 6000 Jahren besiedelt

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Suchgebiet: An dem wegen des Keltenfürsten bekannten Glauberg haben Forscher nun Spuren einer jungsteinzeitlichen Siedlung entdeckt Bild: Detlef Gronenborn

Archäologen haben bei der Untersuchung eines Walls am Glauberg Scherben, Beile und Geräte aus der Jungsteinzeit gefunden.

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          Der Glauberg als archäologisches Geländedenkmal ist inzwischen weit über die Grenzen Hessens bekannt. Die Mitte der neunziger Jahre erfolgten Ausgrabungen erbrachten den Nachweis, dass die Anhöhe vor allem in frühkeltischer Zeit - im fünften Jahrhundert vor Christus - weit über die Region von Bedeutung war. Allerdings siedelten nicht nur die Kelten auf dem Glauberg. Auch eine Höhensiedlung aus der Eisenzeit und eine mittelalterliche Stadtgründung haben Forscher in der Vergangenheit nachgewiesen.

          In den vergangenen Wochen haben Archäologen jedoch bei Grabungen, die heute beendet werden, eine weitläufige Siedlung aus der Jungsteinzeit entdeckt, die bereits um 4000 vor Christus bestanden haben muss. Bislang waren immer nur einzelne Scherben und Schichten unterhalb eines sogenannten Vorwalls gefunden worden. Durch Begehungen von Mitgliedern des Glauburger Heimat- und Geschichtsvereins wurden jedoch vor einiger Zeit auch Scherben aus der Michelsberger Kultur aus der Zeit von 4200 bis 3500 vor Christus weit außerhalb der bekannten Wallanlagen am Nordostausläufer des Höhenrückens gefunden. Bereits vor rund 80 Jahren waren bei Grabungen an dem Vorwall, die Heinrich Richter geleitet hatte, Scherben aus der Jungsteinzeit gefunden worden.

          Scherben von Gefäßen und steinerne Beile

          Im Rahmen eines deutsch-französischen Forschungsprojekts, an dem auch Wissenschaftler des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz und des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege beteiligt sind, wurde nun die Frage der zeitlichen Einordnung des Vorwalls abermals aufgegriffen. Das Projekt steht unter der Leitung des Mainzer Professors Detlef Gronenborn, der in Zusammenarbeit mit der Hessen Archäologie in den vergangenen Jahren schon bei Hofheim eine weitläufige Anlage aus der Zeit der Michelsberger Kultur nachweisen konnte. Grabungsleiterin Sandra Fetsch vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum konnte mit Studenten aus Deutschland und Frankreich den Aufbau des Walls mit modernen Methoden untersuchen. Nach Darstellung Gronenborns wurden in den vergangenen Wochen etliche Scherben von Gefäßen der Michelsberger Kultur sowie steinerne Beile und andere Geräte ausgegraben. Gleichwohl könne noch nicht gesagt werden, wann der Wall genau gebaut wurde.

          Künftig beheimatet auf dem Glauberg: der ebendort gefundene Keltenfürst
          Künftig beheimatet auf dem Glauberg: der ebendort gefundene Keltenfürst : Bild: dpa

          Hinweise zum Alter des Walls erhoffen sich die Forscher nun von archäobotanischen und bodenkundlichen Untersuchungen. Gronenborn und Sabine Schade-Lindig vom Landesamt für Denkmalpflege äußerten, dass sicher sei, dass auf dem Glauberg eine Höhensiedlung zur Zeit der Michelsberger Kultur bestanden habe. Die Siedlung sei „möglicherweise weitläufiger gewesen als die späteren Anlagen aus der Eisenzeit oder dem Mittelalter“.

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