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Frau erwürgt und zerstückelt : Lebenslang für Mord in der Neujahrsnacht

Verhandlungsort: Blick auf das Landgericht in Darmstadt Bild: dpa

Das Darmstädter Landgericht schickt einen 37 Jahre alten Mann wegen Mordes hinter Gitter. Er hat nach Überzeugung des Gerichts seine damalige Freundin erwürgt und zerstückelt. Das Urteil lautet lebenslang.

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          Das Landgericht Darmstadt hat einen 37 Jahre alten Mann wegen Mordes verurteilt. Hector G. muss lebenslang ins Gefängnis, weil er nach Überzeugung der Richter seine Lebensgefährtin erwürgt und ihre Leiche zerstückelt hat. Die Tat hatte sich in der Neujahrsnacht beim Jahreswechsel von 2018 auf 2019 ereignet. Der Angeklagte hatte seiner Freundin Magdalena A. schon vorher in den zwei Jahren ihrer Beziehung immer wieder Gewalt angetan und ihr gedroht, sie zu töten, wie der Vorsitzende Richter Marc Euler am Donnerstag seiner Urteilsbegründung ausführte. Auch am Silvesterabend habe er sie mit massiver Brutalität misshandelt. Schließlich habe der Mann die Frau getötet, damit sie ihn nicht verraten konnte. Somit handele es sich um einen Mord aus Verdeckungsabsicht, erläuterte der Richter. Damit wurde zum zweiten Mal ein Urteil zu dieser Tat gesprochen. Eine andere Kammer des Landgerichts Darmstadt hatte im Jahr 2019 ebenfalls auf Mord erkannt, dieses Urteil wurde aber vom Bundesgerichtshof aufgehoben.

          Jan Schiefenhövel
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mit dem neuen Urteil ging die 16.Große Strafkammer über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Anklägerin Eva Heid hatte einen Schuldspruch nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Totschlags sowie eine Haftstrafe von elf Jahren gefordert. Eine Verdeckungsabsicht als Motiv sah sie nicht als gegeben an. Vorher habe Hector G. es nach Gewaltausbrüchen immer wieder geschafft, seine Freundin davon abzuhalten, gegen ihn auszusagen. Darauf habe er auch in diesem Fall hoffen können. Die Anwältinnen der Familie des Opfers, Friederike Villmar und Angela Gräf-Bösch, hatten eine Verurteilung wegen Mordes gefordert. Der Verteidiger Andreas Sanders hatte in seinem Plädoyer behauptet, der Angeklagte habe die Frau nicht töten wollen. Die Tat sei deshalb weder als Mord noch als Totschlag anzusehen, sondern als Körperverletzung mit Todesfolge.

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