https://www.faz.net/-gzg-vz8y

Interview zum Flughafenausbau : Fraport-Chef Bender: Wir werden Eilverfahren abwarten

„Ein glücklicher Tag”: Fraport-Chef Wilhelm Bender Bild: AP

Der Flughafenausbau ist das wichtigste Projekt von Wilhelm Bender. Die Vollendung wird er nicht mehr im Amt erleben – Bender geht 2009 in den Ruhestand. 2011 soll die neue Landebahn in Betrieb gehen: „Es gibt keinen Anlass, an dem Zeitplan zu zweifeln.“

          2 Min.

          Der Flughafenausbau ist sein wichtigstes Projekt. Die Vollendung wird er nicht mehr im Amt erleben – Bender geht 2009 in den Ruhestand. Zwei Jahre später soll die neue Landebahn in Betrieb gehen: „Es gibt keinen Anlass, an den Zeitplan zu zweifeln“, wie er im folgenden Interview der Rhein-Main-Zeitung zum Planfeststellungsbeschluss zum Flughafenausbau sagt.

          Helmut Schwan

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was bedeutet der Planfeststellungsbeschluss in der Geschichte des Frankfurter Flughafens? Ist er von größerer Bedeutung als die Erlaubnis, die Startbahn West zu bauen?

          Ich glaube, beide Entscheidungen waren gleich wichtig für die Zukunft des Frankfurter Flughafens und für die gesamte Rhein-Main-Region. Arbeitsplätze und Prosperität hängen heute wie vor rund drei Jahrzehnten maßgeblich von der Rolle des Frankfurter Flughafens im weltweit boomenden Luftverkehr ab.

          Wie lassen sich bei einer prognostizierten Kapazitätserweiterung von fast 50 Prozent bis zum Jahr 2020 die Belastungen für die Menschen in der Region erträglich halten?

          Durch ein Bündel von Maßnahmen, die auf dem Mediationsergebnis aufsetzen und beispielsweise auch in einer Vereinbarung der Luftverkehrswirtschaft im Rahmen des Regionalen Dialogforums mündeten. Im Übrigen hat die Genehmigungsbehörde ja heute nochmals die zu ergreifenden Maßnahmen im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses präzisiert.

          Das Ministerium hat nicht Ihrem Antrag entsprochen, nach dem Bau einer neuen Landebahn dürften zwischen 23 und 5 Uhr keine planmäßigen Flüge erfolgen. Akzeptieren Sie die Ausnahmen oder erwägen Sie, dagegen zu klagen? Und rechnen Sie angesichts der limitierten Zahl der Nachtflüge mit Klagen der Fluggesellschaften?

          Es war immer klar, dass auch der Antrag auf Nachtflugverbot in der Definition der Mediation von der Planfeststellungsbehörde auf Rechtmäßigkeit geprüft werden musste. Offensichtlich ist das Ergebnis dieser Prüfung die jetzige Entscheidung mit einigen Ausnahmen. Ob Airlines oder andere Betroffene dagegen klagen werden, wird sicher erst nach Vorliegen des vollständigen Planfeststellungsbeschlusses entschieden.

          Der Planfeststellungsbeschluss gibt der Fraport AG das Recht, sofort mit den Arbeiten zu beginnen. Werden Sie diese Möglichkeit wahrnehmen?

          Nein, schon aus Respekt vor den Gerichten werden wir zunächst die Entscheidungen in den voraussichtlich beantragten Eilverfahren abwarten. Wir werden keine vollendeten Tatsachen schaffen.

          Rechnen Sie weiterhin damit, die neue Landebahn 2011 und das neue Terminal 2015 in Betrieb zu nehmen?

          Ja, es gibt keinen Anlass, an dem bekannten Zeitplan zu zweifeln; spätestens zum Winterflugplan 2011 wollen wir die neue Landebahn nutzen, das dritte Terminal beginnen wir erst danach.

          Weitere Themen

          Externe sollen Vorwürfe aufklären

          Kita-Affäre der Awo : Externe sollen Vorwürfe aufklären

          Nach Negativ-Schlagzeilen und Ermittlungen setzt die Frankfurter Awo auf externe Berater. Trotz Aufklärungsversprechen fordert die CDU eine Bücherprüfung durch den Magistrat. Zwei führende Vertreter des Kreisverbands Wiesbaden lassen ihre Ämter ruhen.

          So ist das Leben

          Autorin Nora Bossong : So ist das Leben

          Kein Schutz, nirgends: Den Kranichsteiner Literaturpreis erhält die Autorin Nora Bossong nicht nur für ihr jüngstes Buch „Schutzzone“, sondern für ihr gesamtes Werk. Die Jury lobt ihr vielseitiges Talent und die Verknüpfung mit literarischen Fragen.

          Topmeldungen

          Nobelinsel Martha’s Vineyard : Ein neues Haus für die Obamas

          Martha’s Vineyard ist eine der exklusivsten Wohnadressen in den Vereinigten Staaten. Jetzt darf sich die illustre Reihe Prominenter dort über neue Nachbarn freuen – sofern man die Obamas auf ihrem riesigen Anwesen zu Gesicht bekommt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.