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Baustelle für Terminal 3 : Fraport: Bodenlager für belasteten Aushub eventuell unnötig

Tiefgründig: Der Erdaushub von der Baustelle des Terminals 3 soll zwischengelagert werden. Bild: Francois Klein

Angesichts des mit heiklen Chemikalien belasteten Aushubs von der Baustelle des Terminals 3 muss der Flughafenbetreiber Fraport nun nicht nur viele Nerven beruhigen. Die Frage lautet: Wohin mit 600.000 Kubikmetern Material?

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          Nachdem der mit heiklen Chemikalien belastete Aushub von der Baustelle des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen Ärger mit Anrainern und eine Anzeige des Kreises Groß-Gerau wegen illegaler Ablagerung eingebracht hat, versuchte der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte, die Wogen zu glätten. Der Flughafenbetreiber Fraport AG will die rund 600.000 Kubikmeter Erde im Süden des Airports zwischenlagern, weil sich die Suche nach einer endgültigen Lagerstätte wegen zu geringer Kapazitäten in Deutschland länger hinzieht als erwartet.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Als Flughafenbetreiber habe Fraport kein Interesse daran, verunreinigten Boden langfristig auf dem Gelände zu lagern, äußerte Schulte in einer Mitteilung. Man suche mit Hochdruck nach geeigneten Deponien. Erste Erfolge stimmten Fraport positiv, dass der überschüssige Boden noch in diesem Jahr abtransportiert werden könne. „Bestenfalls muss das beantragte Bodenlager nicht gebaut werden“, äußerte Schulte. Er sagte zu, die Öffentlichkeit schnellstmöglich über Fortschritte in dieser Sache zu informieren. Man arbeite mit Hochdruck an einer endgültigen Lösung für die teilweise mit poly- und perfluorierten Chemikalien belastete Erde.

          Löschschaum wohl Ursache

          Der Aushub ist bei den umfangreichen Tiefbauarbeiten für das neue Terminal des Flughafens angefallen. Die Ursache für die Belastung des Bodens der ehemaligen Airbase der amerikanischen Luftwaffe ist mit großer Wahrscheinlichkeit der zu Übungszwecken benutzte Löschschaum.

          Laut Umweltbundesamt werden poly- und perfluorierte Chemikalien standardmäßig in Feuerlöscher-Schaum verwendet, aber auch in Wachsen sowie in Beschichtungen von Kochgeschirr, Textilien, Fassadenfarben und Papier. Die Stoffe sind so beliebt, weil sie zugleich wasser-, fett- und schmutzabweisend sind und noch dazu chemisch und thermisch stabil. Sie stehen allerdings auch im Verdacht, toxisch zu wirken.

          Wie Fraport mitteilt, laufen die Ausschreibungen für die fachgerechte endgültige Einlagerung auf geeigneten Deponien seit Ende vergangenen Jahres. Die Ausschreibungen für den Abtransport seien schon abgeschlossen, erste Verträge seien unterzeichnet.

          Wegen der schwierigen Situation, was geeignete Deponiekapazitäten betrifft, hat Fraport nach seinen Angaben schon Anfang 2019 beim Regierungspräsidium Darmstadt den Antrag für ein Zwischenlager auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes eingereicht. Die Zwischenlagerung sollte für maximal fünf Jahre ermöglicht werden.

          Entstanden ist das Problem den Angaben zufolge durch eine Verschärfung der Regeln im Umgang mit poly- und perfluorierten Chemikalien. Es wurden demnach neue Messmethoden eingeführt und Grenzwerte verschärft. Als Konsequenz muss Fraport sich darum kümmern, rund 600.000 Kubikmeter Erde fachgerecht in einem Endlager unterzubringen.

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