https://www.faz.net/-gzg-9dv5z

Trinkwasser nicht in Gefahr : Frankfurt und Wiesbaden setzen mehr auf Brauchwasser

  • Aktualisiert am

Brauchwasser: In Biebesheim wird Nass aus dem Rhein aufbereitet Bild: dpa

Die Trinkwasserversorgung ist Rhein-Main war im auslaufenden Turbo-Sommer nicht in Gefahr. Die Großstädte wollen dennoch sparen und setzen dabei auf Brauchwasser.

          1 Min.

          Die boomenden Großstädte Frankfurt und Wiesbaden haben am Ende des trockenen Sommers angekündigt, beim Wassersparen mehr auf Brauchwasser zu setzen. Dieses Wasser, das nicht zum Trinken geeignet ist, sei nicht nur in der Industrie wichtig, sondern auch für neue Wohnquartiere, sagte Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) im Rheinwasser-Aufbereitungsanlage im südhessischen Biebesheim. Die Landeshauptstadt wolle zusammen mit dem Land ein Projekt zur Brauchwassernutzung anstoßen, berichtete Umweltdezernent Andreas Kowol (Die Grünen). So könnten etwa Grünanlagen damit bewässert werden.

          Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt nutzten Brauchwasser bereits für die Straßenreinigung. Darmstadts Kämmerer André Schellenberg (CDU) verwies zugleich auf die Grenzen der Brauchwassernutzung für große Baugebiete. Wenn es gesammelt werde, könnten auch Keime entstehen, die eine abermalige Aufbereitung des Wassers notwendig machten.

          Brauchwasser muss hygienisch einwandfrei sein

          Die Vorsteherin des Wasserverbands Hessisches Ried (WHR), Elisabeth Jreisat, der die drei Großstädte wesentlich mit Trinkwasser versorgt, betonte: Brauchwasser müsse hygienisch einwandfrei sein, die Preise sozialverträglich und der Einsatz vom Bürger akzeptiert werden. „Es kann schwarz sein, wenn ich auf die Toilettenspülung drücke.“

          Trotz der anhaltenden Trockenheit und des Bevölkerungswachstums werde das Wasser für die Metropolregion Rhein-Main, Südhessen und den Rhein-Neckarraum nicht knapp, sagte Jreisat. Dazu trage die seit rund 20 Jahren klar geregelte Infiltrierung des aufbereiteten Rheinwassers bei. Das so gewonnene Wasser versickert und reichert so den Grundwasserspiegel im Ried an. Dieser sei dieses Jahr so hoch gewesen, dass trotz der Dürre unterm Strich nur eine mittlere Menge Brauchwasser infiltriert werden müsse.

          Wasser auf dem Rhein aufbereitet

          Mit Blick auf die langfristige Klimaerwärmung könnten jedoch manche Waldbestände wie der im Westen Darmstadts nicht mehr gerettet werden, sagte der stellvertretende Verbandsvorsteher Ingo Bettels. Sollten die Bäume dort wieder Anschluss an den Grundwasserspiegel bekommen, wären Siedlungs- oder landwirtschaftliche Flächen vom Wasser bedroht, sagten die Fachleute. Hessenforst versuche daher neue Kulturen wie Douglasien zu pflanzen, sagte Schellenberg.

          Obwohl der Wasserstand des Rheins derzeit so niedrig sei, könne weiterhin Wasser für die Aufbereitung entnommen werden, sagte Jreisat. Eine Grenze dafür sei nicht in Sicht. Der WHR sorgt für je 40 Prozent der Wasserversorgung Frankfurts und Wiesbadens. Darmstadt bezieht sein gesamtes Trinkwasser aus dem Ried.

          Weitere Themen

          Alle oder keiner?

          FAZ Plus Artikel: Eintracht Frankfurt-Auftakt : Alle oder keiner?

          Unter den Fans der Eintracht gibt es vor dem ersten Heimspiel der Eintracht Diskussionen über die Rückkehr ins Stadion. Denn viele haben mit Fußballspielen, zu denen nur ein Teil der Zuschauer zugelassen werden, ein Problem.

          Von Goethe bis Ebbel Video-Seite öffnen

          Quiz zu 75 Jahre Hessen : Von Goethe bis Ebbel

          Die Hessen haben ein Lieblingsgetränk, ihr Bundesland hat eine geographische Mitte und große Namen spielen eine Rolle und das Land hat Nachbarn. Ein Quiz zum 75. Jahrestag der Gründung des Bundeslands in Deutschlands Mitte.

          Entscheidung für Wiesbaden

          Hessische Landeshauptstadt : Entscheidung für Wiesbaden

          Warum sitzt die Landesregierung nicht in Frankfurt, der größten Stadt Hessens? Am 12. Oktober wird gefeiert, dass die Entscheidung vor 75 Jahren auf Wiesbaden gefallen ist.

          Topmeldungen

          Ruth Bader Ginsburg

          Amerikas Supreme Court : Ikone liberaler Rechtsprechung gestorben

          Sie war wohl die bekannteste Richterin der Vereinigten Staaten. Nun ist Ruth Bader Ginsburg gestorben. Präsident Trump bekommt damit die Chance, zum dritten Mal einen Richter für den Supreme Court zu nominieren.
          „Ich freue mich trotzdem“: Michael Leichtfuß geht zum Spiel der Eintracht, wenn auch ohne Freunde.

          Eintracht Frankfurt-Auftakt : Alle oder keiner?

          Unter den Fans der Eintracht gibt es vor dem ersten Heimspiel der Eintracht Diskussionen über die Rückkehr ins Stadion. Denn viele haben mit Fußballspielen, zu denen nur ein Teil der Zuschauer zugelassen werden, ein Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.