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Forstwirtschaft : Hessischer Wald erholt sich weiter

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Der hessische Wald hat sich trotz der Trockenheit im Sommer weiter leicht erholt. Allerdings hat der Borkenkäfer in der Hitze beste Vermehrungsbedingungen vorgefunden und greift nun Fichten an.

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          Trotz des extremen Sommers hat sich Hessens Wald auch in diesem Jahr leicht erholt: Die Bäume verloren weniger Nadeln und Blätter als im Vorjahr, und der Anteil älterer, gesunder Bäume vergrößerte sich. Damit setze sich der seit 2000 registrierte Trend fort, sagte Umweltstaatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU) am Mittwoch in Idstein bei der Vorlage des Waldzustandsberichts 2003. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der hessische Waldbesitzerverband werteten die Befunde weniger optimistisch: Die Folgen der Trockenheit würden sich erst im nächsten Jahr in ihrem ganzen Ausmaß zeigen, erklärten beide Organisationen.

          Der durchschnittliche Blatt- und Nadelverlust - wichtigstes Maß für die Vitalität der Bäume - ging in diesem Jahr von 23 auf 21 Prozent zurück. Einzige Ausnahme waren die älteren Eichen, deren Laubverlust von 21 auf 26 Prozent zunahm. „Offenbar hat gerade die ältere Eiche früher und stärker auf die Witterungsbedingungen in diesem Jahr reagiert“, sagte Seif. Gegen den Trend verlief die Entwicklung auch in der Rhein-Main-Ebene.

          Beste Vermehrungsbedingungen für Borkenkäfer

          Insgesamt habe der Wald während der langen Trockenheit gut von den in der ersten Jahreshälfte angesammelten Wasservorräten leben können, sagte Johannes Eichhorn vom Landesbetrieb Hessen-Forst. Nur auf flachen Böden vor allem in Südhessen seien Bäume abgestorben. Da die Datenerhebung am 20. August abgeschlossen wurde, deckt die Statistik allerdings nicht die ganze Hitzeperiode ab. Sie verschaffte etwa dem Borkenkäfer beste Vermehrungsbedingungen. Inzwischen leiden die hessischen Fichten unter massivem Befall, und das Ministerium rechnet in den kommenden Jahren auch an anderen Baumarten mit Folgeschäden.
          Andauernde Probleme sieht Seif in der Belastung mit Stickstoff und der Übersäuerung der Böden, der er mit Kalkstreuen - Hessen stellt dafür 1,9 Millionen Euro bereit - Herr werden will. Dagegen sinke die Belastung mit Schwefel und Schwermetallen. Der Staatssekretär sprach von einer „Stabilisierung“ der Waldgesundheit.

          SDW-Landesvorsitzender Heinz Fromm sah dagegen eine „schleichende Destabilisierung“, als deren Hauptursachen er Landwirtschaft sowie Flugzeug- und Autoabgase nannte: „Wir erwarten Maßnahmen, um diese Schadstoffquellen zu reduzieren.“ Kalkung behandele nur die Symptome. Nach Ansicht des Waldbesitzerverbandes wird es in diesem Jahr nicht einmal mehr Kalkung geben: Die meisten Forsteigentümer könnten sich den Eigenanteil von rund 30 Euro pro Hektar nicht mehr leisten.

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