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Forschungsprojekt : Was Handy-Akkus mit Wasserknappheit zu tun haben

Hightech-Abfall: Lithium-Ionen-Akkus sind derzeit unverzichtbar, doch schon ihre Herstellung ist ökologisch bedenklich. Bild: mauritius images / Dmitry Marche

Lithium-Akkus können zu einem ökologischen Problem werden. Und das schon bei der Herstellung, wie Forscher aus Kassel und Bochum zeigen.

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          Ein Verfahren, um den Wasserverbrauch bei Herstellungs- und Lieferprozessen einheitlich zu berechnen, haben Forscher der Universitäten Kassel und Bochum entwickelt. Mit ihrer Methode konnten sie zeigen, dass die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für Handys und Motoren die Wasserknappheit in bestimmten Regionen verschärfen kann.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Wissenschaftler klassifizierten zunächst das Risiko, das durch menschliche Wassernutzung entsteht, und legten dann Indikatoren für einen „Wasserknappheits-Fußabdruck“ fest. Zuletzt überlegten sie, wie sich die Ökobilanz räumlich darstellen lässt.

          Lithiumsalz stammt aus eingedampftem Grundwasser

          Als Beispiel betrachteten sie Lithiumcarbonat, das für Akkus benötigt wird. 67 Prozent des Weltvorkommens finden sich im Grundwasser der Anden. Um das Lithiumsalz zu gewinnen, wird es eingedampft, was in der ohnehin trockenen Gegend den Wassermangel verschärft. Für einen Lithium-Speicher mit einer Energie von zwei Megawattstunden werden in der Atacama-Region etwa 5600 Kubikmeter Wasser verbraucht; entlang der gesamten Produktionskette des Akkus sind es 33.155 Kubikmeter.

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