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Folgen der Nuklearkatastrophe in Japan : Sake unbedenklich, Geigerzähler ausverkauft

  • Aktualisiert am

Test auf Radioaktivität: Geigerzähler wurden gut in Japan und in Deutschland verkauft - gebraucht werden sie hier nicht. Bild: DPA

Mehr als jeder dritte Deutsche befürchtet laut einer Umfrage, aus den zerstörten Kernkraftwerken in Japan austretende Radioaktivität könnte auch nach Deutschland gelangen und hier Luft, Wasser und Lebensmittel kontaminieren.

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          Mehr als jeder dritte Deutsche befürchtet laut einer Umfrage, aus den zerstörten Kernkraftwerken in Japan austretende Radioaktivität könnte auch nach Deutschland gelangen und hier Luft, Wasser und Lebensmittel kontaminieren. Auch gestern gab es dafür nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach aber keine Hinweise. Im Bundesamt für Strahlenschutz kann man sich darüber hinaus trotz der Schreckensmeldungen aus Japan derzeit kein Szenario vorstellen, in dem die Belastung in Deutschland als Folge der Katastrophe in Fukushima bedenkliche Werte erreichen könnte. Man rechnet erst in 14 Tagen mit ersten Messergebnissen. Die Konzentration der festgestellten Radioaktivität werde aber voraussichtlich derart gering sein, dass sie nur durch äußerst empfindliche Messgeräte festgestellt werden könne, hieß es.

          Dennoch erkundigen sich in den Verbraucherzentralen weiterhin viele menschen, worauf sie beim Einkauf von Lebensmitteln achten müssten. Ware aus Japan wie Grüntee, Sojasauce, Wasabi und Sake, die zur Zeit im Handel ist, gilt als ungefährlich, weil sie vor dem Unglück produziert worden ist. Auf mittlere Sicht aber, darauf weisen die Verbraucherzentralen hin, könnten Konsumenten in Deutschland dennoch mit belasteten Lebensmitteln in Kontakt kommen: etwa über Fisch, der im Falle des Abregnens von Strahlungswolken über dem Meer belastet würde. Nach Angaben des Bundesverbands der Fischindustrie müssen Fisch-Verpackungen und Fisch-Theken Fanggebiete ausweisen. Der an Japan grenzende Nordwestpazifik ist das Fanggebiet 61 mit Vorkommen von Alaska- Seelachs, Wildlachs, Seeteufel, Scholle und Kabeljau.

          Erst im Juli wieder Geigezähler

          Die diffuse Angst, die Folgen des Reaktorunglücks könnten auf Deutschland ausstrahlen, lässt sich auch an der deutlich gestiegenen Nachfrage nach Jodtabletten ablesen. Allerdings herrsche noch keine Knappheit, heißt es in den Apotheken. Verlangt werde vor allem die stärkste Variante mit 200 Mikrogramm Jod. Es häuften sich auch Anrufe von Kunden, die große Mengen nachfragten, um sie Familienangehörigen und Freunden in Japan zuzusenden; dort sind die Medikamente nur noch schwer erhältlich. Laut Bundesapothekerkammer ist ein vorsorglicher Schutz vor Strahlung durch derlei Medikamente allerdings nicht möglich.

          Der weitverbreitete Gedanke, für den Fall der Fälle gewappnet sein zu müssen, hat unterdessen dafür gesorgt, dass Geigerzähler derzeit deutschlandweit ausverkauft sind. Die Filialen des Elektronikmarktes Conrad in Mainz und Frankfurt haben die Messinstrumente weder vorrätig, noch können sie diese nachbestellen. Auch das Elektronikversandhaus ELV sowie der Online-Händler www.mess-genau.de werden auf absehbare Zeit keine Geigerzähler mehr verkaufen können. Erst im Juli, so heißt es, werde der führende Hersteller Gamma-Scout wieder liefern.

          Maschinen werden überprüft

          Preise um die 350 Euro zahlen Kunden für die Geräte, die ansonsten fast ausschließlich von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr oder des Roten Kreuzes verwendet werden. Sie zeigen radioaktive Alpha-, Beta- und Gammastrahlung an – in der Luft, aber auch in Lebensmitteln. Besonders vorsichtige Pilzsammler haben sich daher ein solches Gerät zugelegt. Wenn es derzeit anschlägt, dann aber nur, weil der Pilz immer noch von Strahlung aus Tschernobyl belastet ist.

          Am Flughafen misst die Feuerwehr weiterhin eine mögliche radioaktive Belastung der aus Japan kommenden Maschinen. Bis Mittwoch seien keine erhöhten Werte festgestellt worden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Passagiere würden derzeit noch nicht auf Strahlung untersucht. Kontrollstellen könnten aber schnell eingerichtet werden.

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