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Folge der Trockenheit : Schwere Zeiten für die Amsel

Opfer der Trockenheit und des Usutu-Virus: Amsel Bild: dpa

Infolge der langanhaltenden Wärme konnte sich das von Stechmücken übertragene und für Vögel tödliche Usutu-Virus verbreiten. Aber nicht nur deshalb leidet die Amsel. Wie sehr, will jetzt derNaturschutzbund ergründen.

          Wie sich das trockene und heiße Jahr 2018 und das bislang warme und trotz der vergangenen Tage regenarme Frühjahr auf die Vogelwelt auswirken, dazu soll die vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) initiierte Zählung „Stunde der Gartenvögel“ Erkenntnisse bringen. An der Aktion, die von heute bis Sonntag stattfindet, kann sich jeder beteiligen. Gezählt werden Vögel in Parks, Grünanlagen und Gärten. Der Nabu erwartet laut dem Landesvorsitzenden Gerhard Eppler unterschiedliche Auswirkungen der Witterung auf die einzelnen Arten.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Nach bisherigen Erkenntnissen hatte beispielsweise der Haussperling offenbar gute Bruterfolge, weil die Wärme verhinderte, dass Jungvögel an Unterkühlung verendeten und vergleichsweise viele Insekten zu finden waren. Amsel und Singdrossel, die ihre Nahrung wie Schnecken und Würmer bevorzugt im feuchten Boden suchen, hatten hingegen wohl kein so gutes Jahr, heißt es von den Ornithologen des Nabu. Die Amsel als in Deutschland am weitesten verbreiteter Gartenvogel steht bei der Zählung auch deshalb besonders im Fokus, weil der vergangene Sommer für sie noch aus einem anderen Grund schlimm war.

          Usutu-Virus als Schicksal

          Infolge der langanhaltenden Wärme konnte sich das von Stechmücken übertragene und für die Tiere tödliche Usutu-Virus verbreiten. Bei der Zählung verspricht man sich Aufschluss, inwieweit sich das Virus auch auf die Amselbestände auswirkt. Bei der Aktion geht es nach Angaben des Nabu nicht um eine vollständige Erfassung der Vogelwelt in Städten und Dörfern, sondern darum, Veränderungen der Bestände zu ermitteln. Die Daten aus dem vergangenen Jahr bereiten Ornithologen Sorge, wie Eppler sagt.

          Bei der „Stunde der Gartenvögel“ wurden in Hessen 32,6 Vögel je Garten gesichtet. Womit das Ergebnis um mehr als sechs Prozent unter dem Durchschnitt vorheriger Jahre lag. Im vergangenen Jahr hatten sich in Hessen gut 3400 Vogelfreunde an der Aktion beteiligt und mehr als 75.000 Vögel gezählt. Bei der Teilnahme geht es darum, von jeder Vogelart die höchste Zahl zu notieren, die im Laufe einer Stunde gesichtet werden kann.

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