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Mobilität im ländlichen Raum : Flexible Busse

Sieht aus wie ein Londoner Taxi: Bis fast vor die Tür bringt der Hopper seine Fahrgäste im Kreis Offenbach. Bild: Helmut Fricke

Der Fahrplan löchrig, so mancher Bus kaum besetzt: Es ist klar, dass es mit dem öffentlichen Nahverkehr in den ländlichen Räumen so nicht weitergehen kann. On-demand-Verkehre sind eine Lösung.

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          Schotten ist nicht Frankfurt. In der Kleinstadt im Vogelsbergkreis mit ihren 10.000 Einwohnern denkt wohl kaum einer ernsthaft über einen Verzicht auf sein Auto nach. Hier kann man sich nicht wie in der Mainmetropole, wo ein dichtes Netz an U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Stadtbussen bereitsteht, bedenkenlos dem öffentlichen Nahverkehr anvertrauen. In Schotten ist die Bahnstrecke nach Nidda stillgelegt, Pendler sind auf das Auto angewiesen.

          So wie Schotten geht es vielen hessischen Städten und Dörfern im ländlichen Raum: Sie liegen oft in idyllischer Landschaft, wären aber von der Welt abgeschnitten, gäbe es keinen Individualverkehr. Das bisschen an Busverkehr, das angeboten wird, reicht nicht weit über den Schülerverkehr hinaus.

          Sich abwärts drehende Spirale

          Und dieses magere Angebot droht noch magerer zu werden, weil viele ländliche Regionen Einwohner verlieren. Die Spirale geht nach unten: Weniger Bewohnerschaft bedeutet weniger Schüler, was wiederum die Schulbusse, die dort den Kern des öffentlichen Nahverkehrs bilden, leerer werden lässt.

          Viel zu oft wird in diesen Bussen nur warme Luft herumgefahren, was die Verkehrsträger, also die Gemeinden und Kreise, teuer zu stehen kommt, denn Tickets kaufen nur lebendige Fahrgäste. Allen ist mittlerweile klar, dass es mit dem öffentlichen Nahverkehr in den ländlichen Räumen so nicht weitergehen kann. Der Fahrplan der Busse ist zu löchrig, als dass man seine ganze Mobilität dem öffentlichen Verkehrswesen anvertrauen könnte. Und die Kosten sind zu hoch, als dass die öffentliche Hand sie überall dauerhaft tragen könnte.

          Das Land, die Kreise und der Rhein-Main-Verkehrsverbund stehen vor der Frage, ob sie Investitionen nicht lieber in den Ballungsraum Rhein-Main lenken sollten, weil dann mehr Bürger etwas von dem eingesetzten Geld hätten. Die Folge wäre, dass die wenig besiedelten Gegenden noch stärker verödeten, dass noch mehr Bewohner die Landflucht ergriffen.

          Einen Ausweg könnten neue technische Entwicklungen wie das autonome Fahren oder Big Data mit seinen Möglichkeiten der intelligenten Verkehrsverknüpfung bieten. On-Demand-Verkehren, bei denen Fahrgäste etwa via Smartphone-App ein Shuttlefahrzeug, zum Beispiel einen Kleinbus, anfordern, könnte in den bevölkerungsarmen Gegenden tatsächlich die Zukunft gehören.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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