https://www.faz.net/-gzg-a9l0w

Film über Attentat in Hanau : Kaminsky droht mit rechtlichen Schritten

Droht mit rechtlichen Schritten: Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky Bild: dpa

Der Filmproduzent Uwe Boll hat das rechtsextremistische Attentat in Hanau verfilmt. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky will rechtliche Schritte gegen Boll einleiten, wenn dieser den Film fertigstellt und veröffentlicht.

          1 Min.

          Juristische Schritte will Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) gegen den Filmproduzenten Uwe Boll unternehmen, wenn dieser sein Filmprojekt „Hanau“ wie geplant fertigstellen und öffentlich zeigen sollte. Bei dem Attentat erschoss ein rechtsextremer Hanauer vor einem Jahr neun Menschen mit Migrationshintergrund, danach tötete er seine kranke Mutter und sich selbst.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          In dem in Mainz und nicht in Hanau bereits weitgehend abgedrehten Film mit dem Titel „Hanau“ soll das Attentat vom 19. Februar 2020 als dokumentarisches Schauspiel dargestellt werden. Aufmerksam wurde man in Hanau auf das Filmprojekt durch einen Bericht in der „Bild“-Zeitung. Darin ist von „brutalen Bildern“ die Rede. Der 55 Jahre alte Filmemacher selbst geht davon aus, dass der Film für die Angehörigen nicht geeignet sein wird, weil viele Szenen nur schwer zu ertragen seien. Der Film solle vor allem der Aufklärung des Geschehens und des Versagens der Behörden, wie er es sehe, dienen, sagte Boll der Deutschen Presse-Agentur. Der Anschlag habe die wachsenden Gefahren des Rechtsextremismus deutlich gemacht. Er drehe den Film nicht für die Angehörigen, sondern für die Welt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Fahrbericht Fiat 500 E Cabrio : Schock verliebt

          Fiat baut den 500 einfach noch einmal. Jetzt aber mit Elektroantrieb, was der Lebensfreude in der Stadt arg zuträglich ist. Dann werfen wir auch noch das Dach zurück, offen gesagt: Bravo.
          Erst akzeptiert Musk Bitcoin als Zahlungsmethode für sein Unternehmen Tesla, nun hat er Umweltbedenken.

          Kryptowährung : Bitcoin sind für Tesla zu umweltschädlich

          Der Elektroautohersteller war das prominenteste Unternehmen, welches die Digitalwährung als Zahlungsmittel akzeptierte – nun die Kehrtwende. Der Kurs bricht nach der Nachricht ein. Doch wie schmutzig sind die Kryptowährungen?
          Amazon entkommt den Fängen der EU-Kommission ein weiteres Mal.

          Steuerbeihilfeverfahren : Warum Amazon so wenig Steuern zahlt

          Der Onlinehändler Amazon hat in Europa wieder kaum Steuern gezahlt – und der Versuch der EU-Kommission, daran etwas zu ändern, ist jetzt vor Gericht gescheitert, wie zuvor schon bei Apple. Woran liegt das?