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Getöteter Regierungspräsident : Dringender Tatverdacht gegen Rechtsextremisten im Mordfall Lübcke

Walter Lübcke war am 02. Juni tot aufgefunden worden. (Archivbild von 2012) Bild: dpa

Im Zuge der Ermittlungen um den getöteten Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die Polizei in Kassel einen 45 Jahre alten Mann festgenommen. Nach F.A.Z.-Informationen hatte er Kontakte zum rechtsextremistischen Milieu.

          Im Fall des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verdichten sich die Hinweise, dass es sich um einen Anschlag mit politischem Hintergrund handeln könnte. Nach Angaben der Polizei wurde am Samstag ein 45 Jahre alter Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Gegen ihn wurde mittlerweile Untersuchungshaft verhängt. Nach F.A.Z.-Informationen handelt es sich um eine Person, die früher in der rechtsextremistischen Szene aktiv war Geprüft wird derzeit, inwieweit der Mann dort jüngst noch aktiv war. Der Verdächtige soll über eine DNA-Spur identifiziert worden sein, die am Tatort gefunden wurde. Offenbar war der Mann einschlägig bekannt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie die Staatsanwaltschaft Kassel und das hessische Landeskriminalamt am Sonntag mitteilten, wurde der Verdächtige am frühen Samstagmorgen gegen zwei Uhr festgenommen. Nähere Informationen zu der Person machten sie zunächst nicht. Sie wollen sich an diesem Montag zu den möglichen Hintergründen der Tat äußern.

          Einzeltat oder mehrere potentielle Opfer?

          Für die Sicherheitsbehörden war am Sonntag noch unklar, ob es sich um eine Einzeltat handelte, die sich nur gegen den Kasseler Regierungspräsidenten richtete, oder ob damit weitere Taten verbunden sein könnten. Dem Vernehmen nach wird die Möglichkeit weiterer potentieller Opfer geprüft.

          Der CDU-Politiker Lübcke war seit dem Jahr 2015 aus der rechtsextremistischen Szene angefeindet worden, nachdem er bei einer Bürgerversammlung im nordhessischen Lohfelden Kritikern der damaligen Flüchtlingspolitik entgegenhielt, wem es nicht passe, dass in Deutschland Menschen aufgenommen würden, dem stehe es „frei, dieses Land zu verlassen“. Lübcke hatte daraufhin Morddrohungen erhalten, die ihn jedoch in jüngere Vergangenheit nicht mehr erreicht hätten.

          Die Ermittlungsbehörden waren deshalb zunächst von einem persönlichen Motiv ausgegangen, was vor einer Woche zur Festnahme eines engen Freundes der Familie geführt hatte, der als Sanitäter am Tatort war. Diese Person, stellte die Staatsanwaltschaft gestern klar, sei nun entlastet. Im Februar war Lübcke abermals im Internet angefeindet worden. Ob diese Entwicklung im engeren Zusammenhang mit der Tat stehen, wird nun ermittelt.

          Der Fall Lübcke hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil unmittelbar nach dem gewaltsamen Tod des CDU-Politikers zahlreiche Hasskommentare im Internet veröffentlicht worden waren. Diese hatten das Opfer auf dramatische Weise verhöhnt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte das Verhalten aufs Schärfste gerügt.

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