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„Fashion City East“ : Da waren’s nur noch sieben

  • -Aktualisiert am

2009 bei „Fashion City West” in Frankfurt - diesmal bei „Fashion City East” in Offenbach: Ayfer Arslan vom Label „Savee Couture” Bild: Lucas Wahl

Die Off-Mode-Messe „Fashion City East“ in Offenbach gerät kleiner als erwartet. Zwanzig Aussteller waren auf der Seite von Hafen 2 angekündigt, sieben kamen.

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          Früher mussten die Offenbacher immer mit der Straßenbahn nach Frankfurt fahren, wenn sie in eine Diskothek Disco oder zu einem Konzert wollten, erinnert sich Guido Braun. Heute gehen sie einfach in den Osthafen, ins Kulturzentrum Hafen 2 mit seinem Streichelzoo, Café und Open-Air-Kino und lassen sich dort sublim-avantgardistisch verwöhnen. Hafen 2, einst ein Lokschuppen der Hafenbahn, hat sich in den sechs Jahren seines Bestehens fest etabliert. Und am vergangenen Wochenende krönte Guido Braun dort hier seine Serie bislang dreier kleiner Modemessen mit der „Fashion City East“.

          Wieder war es eine Kombination aus Werbung für einen Standort und für Mode. Doch die Messe fiel diesmal etwas flachbrüstig aus. Zwanzig Aussteller waren auf der Seite von Hafen 2 angekündigt, sieben kamen. Braun sprach nicht wirklich überzeugend von „kurzfristigen Absage“ und versuchte den Mangel zum Konzept zu machen, das er „Underdog Approach“ nannte. Die drei interessantesten Ausstellerinnen würden sich unter diesem Etikett aber wohl kaum wiedererkennen: Natalia Grott-Mess von Grome-Design, ist Absolventin der Akademie der Schönen Künste in Warschau hat ein Studium der Architektur an der Hochschule Paris-La Villette absolviert, Jacqueline Friedman vom Label „Briseis“, dessen Namensgeberin eine Heldin aus der Ilias ist und die sich moderner Klassik und Eleganz verpflichtet fühlt, und schließlich Kala Augustin von „Zeughus“, die Psychologie und Philosophie studiert hat und auch Buchhändlerin ist.

          PR-Desaster mit einer C-Prominenten

          Savee Couture, eine amerikanische Firma mit einem Laden in der Schweizer Straße in Sachsenhausen, war nur mit wenigen Kleidern und etwas Glitzerschmuck vertreten, was wenig zur Wiederherstellung des guten Rufs nach ihrem PR-Desaster mit einer C-Prominenten des Boulevards zu Anfang des Jahres beitrug.

          Die Firma „Wiesenglück“ zeigte Taschen, die mit einer Hand gefaltet, geöffnet und sogar als Decke genutzt und mit ständig neuen Mustern versehen werden können. Die Handtaschen von „Designerie“ sind nicht ganz so wandelbar, heißen aber immerhin Trendy Wendy. Dennoch waren die Aussteller mit dem Verkauf gut bis äußerst zufrieden, von der Modenschau mit Schülerinnen der Offenburger Schule für Gestaltung begeistert, und vor allem die professionellen Models kamen gut an. So ähnlich muss das Gefühl eines Komponisten sein, wenn zum ersten Mal ein Startenor eines seiner Lieder vorträgt.

          Modemessen als Gesamtkunstwerk

          Einen Dämpfer erhielt die Freude der Messe-Macher immer dann, wenn die Besucherinnen im Vorbeiflanieren wissen wollten, wo denn das andere Dutzend Designer sich verstecke. Guido Braun betrachtet seine Modemessen als Gesamtkunstwerk. Eine Plattform für Experimente, eine Gelegenheit zur Selbstdarstellung, eine Quelle der Inspiration und ein kommunikativer Akt, der im Synergie-Idealfall zu neuen Aufträgen führt. Als Unternehmensberater und Chef einer Werbeagentur fallen ihm solche Formulierungen nicht schwer.

          Und wenn den Hundefreunde auf dem Hafen 2-Gelände erlebt hat, wie er, von seinen drei Möpsen umringt, freundlich in sich selbst ruhte, der konnte gar nicht anders, als sich mit ihm zu freuen – über die Gänse und Schafe auf den gegenüberliegenden Wiesen, die friedliche Sonntagsstimmung beinahe am Wasser. Ob das Gebäude von Hafen 2, das bis zum Dach von Schlingknöterich umschlungen wird, den Umbau des Geländes in das avisierte Mainviertel samt Neubau für die Offenbacher Hochschule für Gestaltung – und einer Grundschule just an diesem Fleck – überdauern wird, steht noch nicht fest.

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