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Wohnraum in Bad Homburg : Falscher Weg zum hehren Ziel

Günstiger Wohnraum: Bauarbeiten an Mehrfamilienhäusern in Bad Homburg Bild: Lando Hass

Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, will die Stadt Bad Homburg eine städtische Wohungsbaugesellschaft gründen. Es ist der zweite Anlauf, und diesmal dürften rechtliche Hürden keine Rolle spielen.

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          Es ist der zweite Anlauf. Vor zehn Jahren hat die Bad Homburger Stadtverordnetenversammlung schon einmal die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft prüfen lassen. Das sei eine unzulässige wirtschaftliche Betätigung, hieß es, als die Antwort endlich kam. Jetzt stellt sich die Frage abermals, und diesmal dürften rechtliche Hürden keine Rolle spielen.

          Es geht allein darum, wie sinnvoll der Aufbau eines eigenen Unternehmens sein kann, um neben den hohen Preisen auf dem freien Markt ein günstigeres Angebot für Menschen ohne Spitzengehälter bereitstellen zu können.

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          Wie schwierig das ist, haben die Kommunalpolitiker mehrfach schmerzhaft erfahren. Selbst an einer vielbefahrenen Kreuzung fanden Neubauten zu Preisen Abnehmer, die nicht so niedrig waren wie erwartet. Es war ein Wohnungsunternehmen in öffentlicher Hand, das 54 in die Jahre gekommene, günstige Mietwohnungen in der Innenstadt abreißen ließ und an deren Stelle teure Eigentumswohnungen baute. Und weder eine Genossenschaft wie die Hochtaunusbau noch die Gemeinnützige Wohnungsbau Usingen können wegen der Bodenpreise im gefragten Bad Homburg bei Neubauten mit weniger als 12,50 Euro Miete kalkulieren.

          Beachtliche Spielräume

          Andere Kommunen verfügen durchaus über eigene Wohnungsbaugesellschaften. Nicht nur Großstädte wie Frankfurt und Wiesbaden, sondern auch Hofheim und der Rheingau-Taunus-Kreis. Doch die jüngeren von ihnen sind direkt nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, andere sind noch älter. Sie verfügen über einen historisch gewachsenen, großen Immobilienbestand, der ihnen auch jetzt noch beachtliche Spielräume eröffnet.

          Die Stadt Bad Homburg hat zwar über Belegrechte und Mietverträge Zugriff auf 1200 Wohnungen. Doch nur 200 gehören ihr selbst. Eine städtische Wohnungsgesellschaft würde fast aus dem Nichts starten, und das in einer Hochpreisphase für Immobilien. Den fachkundigen Mitarbeiterstab müsste sie erst einstellen. Vor allem aber fehlen ihr eigene Grundstücke – die wichtigste Voraussetzung, um niedrige Mieten anbieten zu können. Unter diesen Bedingungen würde eine städtische Gesellschaft vor allem Kosten produzieren. Aber keine günstigen Wohnungen.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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