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Mutmaßlicher Lübcke-Mörder : Liste mit weiteren potentiellen Opfern gefunden

Hat offenbar eine Liste mit weiteren potentiellen Opfern geführt: Der Verdächtige Stephan E. (Mitte) – hier Anfang Juli auf dem zum Bundesgerichtshof Bild: dpa

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke sollte offenbar nicht das einzige Opfer bleiben. Die Ermittler fanden in den Aufzeichnungen des Beschuldigten, Stephan E., eine Liste mit weiteren potentiellen Opfern.

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          Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, Stephan E., hat offenbar eine Liste mit weiteren potentiellen Opfern geführt. Wie das hessische Landeskriminalamt (LKA)  in Absprache mit der Bundesanwaltschaft mitteilte, fanden die Ermittler der „Soko Liemecke“ bei der Auswertung der sichergestellten Datenträger unter anderem Aufzeichnungen von mehr als etwa 60 Personen und Objekten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nach derzeitigem Kenntnisstand seien von dem Beschuldigten „verschiedene Informationen“ über Personen des öffentlichen Lebens überwiegend aus dem Großraum Kassel erhoben und gespeichert worden. Die Daten sind offenbar schon vor mehr als zehn Jahren gesammelt worden; die meisten stammen aus dem Zeitraum von 2001 bis 2007.

          Kein Hinweis auf konkrete Gefährdung

          Unmittelbar nach Bekanntwerden habe das LKA den Sachverhalt überprüft, „um festzustellen, ob für die dort genannten Personen und Objekte eine Gefährdung besteht“, teilte die Behörde weiter mit. Es hätten sich bislang jedoch keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung ergeben, die polizeiliches Eingreifen erforderlich gemacht hätten.

          Dennoch würden alle aufgeführten Personen und Objektverantwortlichen seit dem Morgen persönlich kontaktiert.

          Länderübergreifende Prüfung

          Die Behörde machte weiter deutlich, dass nach Bekanntwerden solcher Daten mit möglicherweise gefährdeten Personen, die ihren Wohnsitz in oder Bezüge nach Hessen haben, grundsätzlich immer „eine intensive, zum Teil auch länderübergreifende Überprüfung erfolge.

          Das Landeskriminalamt aktualisiere laufend die Recherche hinsichtlich aktueller Gefährdungshinweise. Sofern sich Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung für einzelne Personen oder Personengruppen ergeben, würden diese durch die Sicherheitsbehörden kontaktiert „und entsprechende Schutzmaßnahmen eingeleitet“.

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