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Folgen des Klimawandels : Aus Schaden klug werden

Erinnert an eine Mondlandschaft: vertrockneter Ackerboden in Hofheim Bild: Imago

Der ausbleibende Regen in den vergangenen Wochen hat immense Folgen für Landwirtschaft, Gärten und Wälder. Es ist daher höchste Zeit, auch in puncto Klimawandel auf die Wissenschaft zu hören.

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          Es mag verrückt klingen: Es ist gut, dass in den vergangenen Wochen eine Extremwetterlage geherrscht hat, so schwerwiegend die Folgen für Landwirtschaft, Gärten und Wälder auch sein mögen. Selbst der überzeugteste Sonnenanbeter dürfte ins Grübeln kommen. Sechs Wochen fast unablässig trockene Luft, Sonnenschein und für die Jahreszeit viel zu hohe Temperaturen haben nichts mehr mit dem Wetter zu tun, das zumindest die Erwachsenen von März und April erwarten. Es handelt sich nicht um eine Laune der Natur, sondern um einen Teil der weltweiten Erwärmung und damit des Klimawandels.

          Seit Jahren warnen Wissenschaftler vor dieser Entwicklung, doch anders als den Virologen in der aktuellen Corona-Krise hat man ihnen nicht zugehört. Die Experten würden bis heute in den Wind sprechen, gäbe es da nicht die Erfahrung der vergangenen zwei Jahre mit ihren Dürresommern. Rasenflächen wie das Mainufer in Frankfurt wurden zu steppenartigen Liegeflächen mit viel blankem Boden und ohne Grün – manche nennen es salopp „Sahara-Rasen“. In einigen Regionen wurde das Trinkwasser knapp, und Bäume mit vollem Laub an den Ästen starben ab.

          Flächen, die Mondlandschaften ähneln

          Wer in diesem Frühjahr, in dem sich ja ausreichend Zeit und Gelegenheit bietet, im Wald spazieren geht, sieht die Folgen der vergangenen beiden Sommer auch im Rhein-Main-Gebiet. Es gibt Flächen, die Mondlandschaften ähneln: Umgestürzte oder im großen Stil gefällte Bäume, die den Jungbäumen keinen Schutz mehr bieten können.

          Wer selbst einen Garten hat, der spürt, wie staubtrocken der Boden in den oberen Schichten derzeit ist. Es braucht nicht viel Phantasie, um sich auszumalen, wie es auf den Feldern aussieht. Man muss kein Experte sein, um zu wissen, wie furchtbar es wird, wenn es nicht bald richtig, dauerhaft regnet.

          Es ist daher höchste Zeit, auch in puncto Klimawandel auf die Wissenschaft zu hören. Das muss die Schlussfolgerung aus der Corona-Krise und dem scheinbar attraktiven Frühlingswetter der vergangenen Wochen sein.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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