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Externe Prüfung : Hessen friert Fördergelder für die European Business School ein

  • Aktualisiert am

Die European Business School bekommt vorerst keine Fördergelder des Landes Hessen mehr Bild: dapd

Nach dem Untreue-Verdacht friert Hessen die Fördergelder für die European Business School ein. Jetzt soll eine Beratungsfirma die Bücher der EBS prüfen. In zwei Monaten sollen Resultate vorliegen.

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          Nach den Untreue-Vorwürfen dreht Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) der privaten European Business School (EBS) den Geldhahn zu und will die Hochschule genau unter die Lupe nehmen lassen. Ein Stuttgarter Beratungsunternehmen solle die EBS-Geschäftsbücher von 2009 und 2010 bis zum 30. Juni prüfen, teilte das Wissenschaftsministerium am Freitag in Wiesbaden mit. „Bis dahin werden keine weiteren Fördergelder ausgezahlt“, sagte Kühne-Hörmann. Der entlassene EBS-Präsident Christopher Jahns soll 180 000 Euro Hochschulmittel veruntreut haben. Auch Steuergeld soll zweckentfremdet worden sein.

          Bis zum 30. April müsse die EBS ihre Verwendungsnachweise für die gezahlten Landesmittel zur Prüfung vorlegen. Dann könne geprüft werden, „ob die Landesgelder dem Förderzweck entsprechend ausgegeben worden sind“, sagte die Ministerin.

          7200 Euro Landesmittel könnten unrechtmäßig verwendet worden sein

          Das Land fördert den Aufbau einer Jura-Fakultät an der privaten Hochschule von 2009 bis 2012 mit insgesamt 24,7 Millionen Euro. 2009 und 2010 wurden 17 Millionen Euro gezahlt. Die Staatsanwaltschaft geht nach einer Überprüfung der Buchhaltung davon aus, dass 7200 Euro Landesmittel unrechtmäßig verwendet worden sein könnten.

          Die Fraktionen der Grünen und Linken hatten in dieser Woche kritisiert, dass noch Mitte März 1,5 Millionen Euro an die EBS geflossen waren. Das sei vollkommen unverständlich, weil die Vorwürfe gegen Jahns damals schon bekannt waren. Die Grünen-Abgeordnete Sarah Sorge hatte gefordert, dass die noch ausstehenden 1,5 Millionen Euro der aktuellen Tranche von drei Millionen Euro nicht ausgezahlt werden dürften.

          Derweil hat der ehemalige EBS-Präsident Jahns beim Wiesbadener Land- und Arbeitsgericht Klage gegen seine Entlassung eingereicht. Am Arbeitsgericht sollen sich die Parteien am 16. Mai zu einem Gütetermin treffen.

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