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Europäische Schule : Eine Bildungseinrichtung in der Warteschleife

Will sich räumlich erweitern: die Europäische Schule in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Die Europäische Schule in Frankfurt braucht dringend mehr Platz. Baudezernent Jan Schneider (CDU) soll es richten. Aber er fühlt sich alleingelassen.

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          Eigentlich sollte längst feststehen, wo die Schüler der Europäischen Schule künftig unterrichtet werden. Die Bildungseinrichtung der Europäischen Union leidet schon seit geraumer Zeit unter Platzproblemen. Ihr Gebäude in Niederursel ist auf Dauer zu klein für die vielen Schüler, die durch die Erweiterung der Europäischen Zentralbank und der Bankenaufsicht hinzukommen. Aber die Stadt hat dem Bund, der für den Bau von Bildungseinrichtungen für die Mitarbeiter europäischer Institutionen verantwortlich ist, immer noch kein Grundstück angeboten – obwohl sie dazu verpflichtet ist. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat jetzt Baudezernent Jan Schneider (CDU) aufgefordert, kurzfristig ein Grundstück zur Verfügung zu stellen. Doch der beklagt sich über mangelnde Unterstützung seiner Magistratskollegen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Einen Standort für die Europäische Schule zu finden sei eine Aufgabe für den gesamten Magistrat, meint Schneider. „Ohne die Mitwirkung der Dezernate für Planen, Umwelt, Verkehr, Sport sowie Bildung wird es unmöglich sein, ein geeignetes Grundstück zu entwickeln“, sagt er. Denn für alle Standorte seien verkehrliche sowie umwelt-, planungs- und baurechtliche Belange zu prüfen. Schneider favorisiert eine Erweiterung der Schule am bestehenden Standort – ohne dass die benachbarte Ernst-Reuter-Schule darunter leidet. In der Koalition war verabredet worden, zu diesem Zweck einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben. Die nötige Freigabe von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) stehe aber noch aus, kritisiert Schneider.

          Zur Mitwirkung aufgefordert

          Der Baudezernent ist offenbar der Ansicht, dass Weber diesen Weg aus strategischen Gründen blockiert, denn ihre Fraktion will die Europäische Schule lieber am Kaiserlei errichten, und zwar auf jenem Grundstück, auf dem Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) eine Multifunktionsarena bauen lassen will. „Es ist nötig, alle möglichen Optionen fachlich zu prüfen, in ihrer Realisierbarkeit einzuschätzen und erst dann eine Präferenz für die Stadt Frankfurt zu formulieren“, sagt Schneider. Er hat Feldmann gebeten, die Magistratskollegen zur Mitwirkung aufzufordern und ihm entsprechende Anschreiben vorformuliert.

          Das sorgt im Magistrat für Irritationen. Das Hochbauamt hatte ferner auch einen Neubau der Europäischen Schule auf der Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen vorgeschlagen, für die ein Ersatzgelände gesucht werden müsste. Schneider bekennt sich öffentlich zu der Multifunktionshalle am Kaiserlei. „Nach dem derzeitigen Stand“ stehe dieses Grundstück für die Europäische Schule nicht zur Verfügung. Das könnte sich allerdings ändern: Der aussichtsreichste Investor für die Arena ist unlängst abgesprungen.

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