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Kohlendioxidfreies Papier : Pilotprojekt mit grünem Wasserstoff

  • -Aktualisiert am

Pilotprojekt: Für die Trocknung des Papiers wird die Luft künftig nicht mehr mit Erdgas erhitzt. Bild: Marcus Kaufhold

Im Kostheimer Essity-Werk soll Papier mit Wasserstoff statt Erdgas hergestellt werden. Von 2024 soll die Produktion komplett ohne Ausstoß von Kohlendioxid auskommen.

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          Das schwedische Unternehmen Essity startet im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim ein Pilotprojekt, das den Grundstein für eine kohlendioxidfreie Papierherstellung legen soll. In dem Werk am Main wird bei laufender Produktion Erdgas sukzessive durch umweltfreundlich erzeugten Wasserstoff ersetzt. So sollen bis zum Herbst 2022 rund 11.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, wie Werksleiter Thorsten Becherer am Dienstag während der Vorstellung des Projektes ankündigte. Das Unternehmen investiert vier Millionen Euro in das Vorhaben und hat unter anderen die Mainzer Stadtwerke als Kooperationspartner gewonnen. „Wir werden weltweit die Ersten sein, die in der Hygienepapierherstellung grünen Wasserstoff einsetzen“, sagte Becherer.

          Nach Auskunft des Werksleiters werden in dem Wiesbadener Werk derzeit noch jährlich rund 140.000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Er bezeichnete die notwendige Transformation der Industrie auf dem Weg in die Klimaneutralität als Mammutaufgabe, die keiner allein schaffen könne. Gleichwohl erinnerte Becherer daran, dass in Kostheim schon zuvor klimafreundliche Innovationen entwickelt wurden. „Wir haben hier am Standort die Kreislaufwirtschaft erfunden“, sagte er und fügte an, dass es 2017 gelungen sei, diesen Kreislauf komplett zu schließen. Allein das spare rund 40 Prozent der CO2-Emissionen ein.

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