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Eschborn : Vom „armen Kaff“ zur Boomtown

Wachstumsgeschichte: Die Eschborner „Skyline“ entstand nach dem neuen Rathaus und der „kleinen Ortsumgehung“ Rödelheimer Straße. Bild: Marcus Kaufhold

Ein Trip durch Amerika war der Ausgangspunkt für den Aufstieg des kleinen Frankfurter Nachbarn Eschborn. Ein Mann hat maßgeblich dafür gesorgt, dass aus einem Dorf eine wohlhabende Kommune geworden ist.

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          Verdiente Bürgermeister gehen ins kollektive Gedächtnis ein – und manchmal helfen die Nachgeborenen nach, damit es auch so bleibt. Das galt für die Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes, Ludwig Landmann und Johannes von Miquel, nach denen zentrale Straßen benannt sind. Mit großer zeitlicher Verzögerung haben sich auch die Parlamentarier Eschborns mit knapper Mehrheit darauf verständigt, zumindest die Stadthalle nach ihrem vermutlich wichtigsten Rathauschef in der Geschichte der Kommune zu benennen. Dem im März 2019 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Ehrenbürger Hans-Georg Wehrheim (SPD) wird diese Ehre zuteil. Ihm gelang im Alter von 32 Jahren mit einer einmaligen Ansiedlungspolitik das Husarenstück, ein „armes Kaff“, so der Originalton Wehrheims, in einen pulsierenden Standort für Dienstleister und Großmärkte mit entsprechenden Steuereinnahmen zu verwandeln.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Die Früchte dieser Arbeit ernten seit Jahrzehnten andere. 250 Millionen Euro Rücklagen häuft der Nachfolger und Stadtkämmerer Adnan Shaikh (CDU) trotz enormer Ausgaben für ein Notfallzentrum, zwei neuer Kreisel und diverse Verschönerungen der Innenstadt in diesem Jahr an. Aus seinem Mund klingt es fast verschämt, wenn er berichtet, dass die Stadt trotz der Corona-Verwerfungen abermals Rekord-Steuereinnahmen verbuchen könne – Shaikh plant mit rund 180 Millionen Euro im nächsten Jahr, und das ist sehr konservativ gerechnet.

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