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Eschborn : Börse baut sich einen gläsernen Würfel

„Atriumartig”: der geplante Neubau der Deutschen Börse in Eschborn Bild: KSP Engel und Zimmermann

Nüchtern und transparent wird das neue Gebäude, das die Deutsche Börse sich an die Mergenthalerallee in Eschborn baut. Ende Oktober soll der Grundstein gelegt werden, bis 2010 soll das auf Umweltfreundlichkeit getrimmte Gebäude fertig sein.

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          Fast hundert Meter soll er in den Himmel ragen, der Kubus aus Stahl und Glas, den die Deutsche Börse Gruppe im Sommer 2010 an der Mergenthaler Allee 61-71 in Eschborn beziehen will. Rund 2000 Büro-Arbeitsplätze sollen auf 20 Stockwerken verteilt entstehen. Insgesamt soll sich die Fläche auf circa 53.000 Quadratmetern belaufen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens hieß. Die Grundsteinlegung ist für den Herbst angesetzt, für Ende Oktober oder Anfang November, wie ein Sprecher der Börse sagte.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Gebäude wurde vom Frankfurter Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann entworfen, auf dessen Reißbrettern auch das Hochhaus des Palais Quartier an der Zeil entstanden ist. Jürgen Engel beschrieb den Börsen-Bau als „atriumartig“. Im Mittelteil sollten acht bis zehn Etagengärten – ähnlich denen im Frankfurter Commerzbank-Hochhaus – als Pausenräume für die Mitarbeiter eingerichtet werden. Auf dem Dach soll laut Engel ein offener Garten für repräsentative Zwecke entstehen. Das Haus solle zudem über ein Parkdeck und eine Tiefgerage verfügen.

          Solarenergie und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung

          Die Börse hob in ihrer Mitteilung insbesondere die Umweltfreundlichkeit des neuen Gebäudes hervor. So würden etwa energiesparende Anlagen zur Wärmerückgewinnung eingesetzt, Solarenergie genutzt und Kälte mittels Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erzeugt.

          Als Projektentwickler zeichnet die Lang & Groß Projektentwicklung GmbH verantwortlich. Wie schon in ihrem Quartier in Hausen wird die Börse auch in Eschborn nur als Mieter in den Neubau einziehen. Er wurde aber nach Angaben des Sprechers weitgehend zusammen mit ihr entworfen. Wer letztlich Eigentümer des Gebäudes sein wird, wollte der Börsen-Sprecher nicht sagen. Von Lang & Groß war niemand für einen Kommentar zu erreichen.

          Selten wurde um den Umzug eines Unternehmens so viel Aufhebens gemacht wie um den der Deutschen Börse von Frankfurt-Hausen nach Eschborn. Räumlich trennen die beiden Standorte nur fünf Kilometer, steuerlich beträgt der Unterschied für den Börsenbetreiber viele Millionen Euro. Das Gebäude wird somit nicht nur ein moderner Bürokomplex. Es wird auch für die Streitigkeiten zwischen der Stadt und ihrem Umland über Steuersätze, Kooperation und Konkurrenz stehen. Das Zeichen wird weithin zu sehen sein und dürfte ähnlich wie jetzt schon etwa das Arcor-Gebäude auch von den Eschborn umfließenden Autobahnen und Schnellstraßen von der wirtschaftlichen Prosperität der kleinen Stadt vor den Toren Frankfurts zeugen.

          Erste Umzugsetappe abgeschlossen

          Nachdem vor einigen Wochen bekannt geworden war, dass der relativ hohe Entwurf, der die an dieser Stelle erlaubte Bebauung von bis zu 22 Stockwerken fast vollständig ausnutzt, den Zuschlag bekommen hatte, hatten andere Architekten, die ebenfalls Vorschläge eingereicht hatten, sich darüber geärgert, da ihrer Ansicht nach die Börse zuvor ausdrücklich einen niedrigeren Bau gewünscht hatte. Der Börse-Sprecher wollte die Kontroverse gestern nicht kommentieren.

          Die erste Etappe seines Umzugs hat der Börsenbetreiber bereits abgeschlossen. Etwa die Hälfte der knapp 2000 Mitarbeiter aus Hausen sind übergangsweise im ehemaligen Haus der Mode untergekommen, direkt neben der Baustelle. Die übrigen Mitarbeiter der Abteilungen Deutsche Börse Systems und Eurex sollen erst umziehen, wenn das neue Gebäude fertig ist. Frankfurt wird Sitz des Unternehmens bleiben, der traditionsreiche Handelssaal verbleibt im Gebäude der IHK am Börsenplatz.

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