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Streik der Erzieher : Mit Notfallplänen gegen das Kita-Chaos

  • Aktualisiert am

Im Ausstand: Ein Junge betrachtet ein Schild der streikenden Erzieher. Bild: dpa

Von Montag an bleiben viele kommunale Kindergärten im Rhein-Main-Gebiet geschlossen. Einige Kommunen bieten für Härtefälle Betreuungsplätze an. Doch die Plätze sind rar. Eine Übersicht.

          Erst die Bahn, nun die Kindergärten: Nach den Pendlern werden jetzt Eltern kleiner Kinder Leidtragende eines Arbeitskampfs. Von Montag an legen die in kommunalen Kindergärten angestellten Erzieherinnen die Arbeit nieder. Mit Notfallplänen versuchen die Kommunen den Eltern zu helfen, die auf ein Betreuungsangebot für ihre Kleinen besonders angewiesen sind. Eine Übersicht.

          • Mainz

          In Mainz stehen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, deren Eltern keine andere Unterbringungsmöglichkeit finden, von Montag an zumindest 600 Notplätze in städtischen Kindertagesstätten zur Verfügung. Auf eine „Betreuungsvereinbarung für Notfälle“ hat sich die Kommune mit den Gewerkschaften verständigt. Für Kinder, die jünger als drei Jahre seien, gebe es dagegen keine Notfallplanung, sagten Oberbürgermeister Michael Ebling und Sozialdezernent Kurt Merkator (beide SPD).

          Ihnen sei nicht zuzumuten, in einer anderen Kindertagesstätte und noch dazu von nicht vertrautem Personal betreut zu werden. Für ältere Kinder, die normalerweise einen Hortplatz haben, müssten die Erziehungsberechtigten ebenfalls eigene Lösungen finden.

          Informationen zu den zusätzlichen Betreuungsangeboten an Streiktagen finden sich unter www.mainz.de; außerdem ist ein Notfalltelefon mit der Nummer 06131/12 33 12 eingerichtet worden.

          • Wiesbaden

          In Wiesbaden beginnt der Streik am Montag. Die Verwaltung hat einen Notdienstplan für die städtischen Kindertagesstätten erarbeitet. Die Eltern würden darüber informiert, kündigte Bürgermeister Arno Goßmann (SPD) an. Er rät den Erziehungsberechtigten, „möglichst im familiären Umfeld nach Betreuungsmöglichkeiten zu suchen oder mit anderen Eltern eine gemeinsame Lösung zu finden“.

          Von Montag an ist ein Notdiensttelefon eingerichtet, an das sich Eltern unter der Nummer 06 11/31 32 15 wenden können.

          • Offenbach

          Auch die Kindertagesstätten des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten Offenbach werden von Montag an bestreikt. Daher müsse man in 17 Kindertagesstätten den Betrieb ganz einstellen. In den Kitas lägen Notdienstpläne vor, teilte der Eigenbetrieb mit. Die Eltern habe man angeschrieben; sie würden auch durch Aushänge informiert. Acht Kindertagesstätten bleiben als Notdienst geöffnet; in einer weiteren Kita steht nur die Krippe zur Verfügung.

          Kinder von Eltern, die beide in Vollzeit arbeiten, und von Alleinerziehenden in gleicher Lage sollen mit Priorität eine Notdienstbetreuung erhalten, sofern dies mit dem nichtstreikenden Personal noch möglich ist.

          • Rödermark

          In Rödermark werden alle städtischen Kindertagesstätten von Montag bis Freitag, 22. Mai, bestreikt. Die Stadt ließ wissen, sie prüfe die Möglichkeiten von Notfallbetreuungen. Allerdings stünden in diesem Fall nur wenige Notplätze zur Verfügung.

          • Neu-Isenburg

          Auch in Neu-Isenburg wird bis zum 22. Mai gestreikt. In dieser Zeit ist aber nur die städtische Kita im Eschenweg geschlossen. Die Kindertagesstätte Friedrich-List-Straße ist wegen einer Fortbildung von Montag bis Freitag geschlossen. Vom 18. bis 22. Mai wird ein Notdienst angeboten.

          • Darmstadt

          Darmstadt hat sich mit der Gewerkschaft Verdi auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt, die trotz des am Montag beginnenden Streiks der Erzieherinnen die Öffnung von vier Kitas vorsieht. Wie Jugenddezernentin Barbara Akdeniz (Die Grünen) mitteilte, informiert das Jugendamt Eltern telefonisch über das städtische Notprogramm unter der Rufnummer 06151/13 34 92, durch das 42 Krippen-, 375 Kindergarten- und 200 Hortplätze weiter zur Verfügung gestellt werden können.

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