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Aushub für Terminal 3 : Furcht vor verseuchten Erdhügeln im Wald als Dauerlösung

Baustelle: Arbeiter lassen das Terminal 3 am Frankfurter Flughafen wachsen - der Aushub bereitet Anliegern Sorgen wegen der Schadstoffbelastung Bild: Wonge Bergmann

Erwachsene könnten mehrere Teelöffel vom Erdaushub für das Terminal 3 ohne gesundheitliche Nachteile essen. Sagt Fraport. Anlieger beunruhigen die Erdhügel in einem früheren Waldgebiet dennoch.

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          Das Regierungspräsidium hat am Mittwoch Anwohnern im Umfeld der Cargo City Süd des Flughafens Gelegenheit gegeben, ihre Bedenken gegen eine Halle des Flughafenbetreibers Fraport vorzubringen, in der beim Bau des Terminal 3 anfallender Erdaushub gelagert werden soll. Das Regierungspräsidium koordiniert das Genehmigungsverfahren nach dem Immissionsschutzgesetz. Bei der Behörde waren 140 Einwendungen eingegangen, über die im Frankfurter Behördenzentrum diskutiert werden sollte.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Untersuchungen zufolge ist das Material unter anderem mit polyfluorierten Chemikalien (PFC) belastet. Die Schadstoffe gelangten offenbar mit Löschwasser ins Erdreich. Es muss dauerhaft auf einer Sondermülldeponie gelagert werden. Das in der Cargo City geplante „Bodenlager“ soll fünf Jahre als Zwischenlager dienen. Derzeit türmen sich die Erdhügel noch in einem früheren Waldgebiet auf der Gemarkung von Mörfelden-Walldorf.

          Mehrere Teelöffel davon

          Dessen Bürgermeister Thomas Winkler (Die Grünen) befürchtet, das Lager könne eine Dauerlösung und damit zu einer Gefahr für die Bürger seiner Stadt werden; PFC gelten als mögliche Verursacher von Krebs. Ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport wurde am Mittwoch mit den Worten zitiert, Untersuchungen der Erde hätten ergeben, dass Erwachsene sogar mehrere Teelöffel davon essen könnten, ohne dass es gesundheitliche Folgen für sie habe.

          Flughafenausbaugegner hielten nach eigenen Angaben eine Mahnwache vor dem Gebäude ab, in dem der Erörterungstermin stattfand. Ihrer Meinung nach hätten Flughafenbetreiber und Aufsichtsbehörden spätestens mit Beginn der Erdarbeiten für das Terminal 3 im Jahr 2015 dafür sorgen müssen, dass entweder der Aushub neutralisiert werde oder Platz auf einer Deponie zur Verfügung stehe.

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