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: Engagiert und zupackend: Aschaffenburgs neuer Amtsgerichtsdirektor Peter Meiler

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Daß er einmal beruflich in die Fußstapfen des Großvaters und des Vaters treten würde, hätte sich der junge Peter Meiler nicht gedacht. Zu starr und beamtenmäßig fand der Sohn die Tätigkeit des Vaters, der Direktor am Amtsgericht Marktheidenfeld war.

          Daß er einmal beruflich in die Fußstapfen des Großvaters und des Vaters treten würde, hätte sich der junge Peter Meiler nicht gedacht. Zu starr und beamtenmäßig fand der Sohn die Tätigkeit des Vaters, der Direktor am Amtsgericht Marktheidenfeld war. Inzwischen ist Meiler seit 29Jahren selbst in der Justiz und hat bewiesen, daß sich auch in einer Behörde viel bewegen läßt. Sein Name steht für verschiedene Projekte, die teilweise sogar für den Gesetzgeber Vorbild wurden. Bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg entwickelte er ein Modell zur Vernehmung kindlicher und jugendlicher Opferzeugen mit Videotechnik. Er initiierte den regionalen Gesprächskreis "Häusliche Gewalt" mit und war Koordinator für das beschleunigte Verfahren zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Richtern, das später im Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg weitgehend übernommen wurde. Daneben fand der begeisterte Läufer noch Zeit, die bayerischen Justiz-Waldlaufmeisterschaften zu organisieren. Soviel Engagement blieb auch dem Justizminister im fernen München nicht verborgen, der den Siebenundfünfzigjährigen im Juni zum Direktor des Amtsgerichts Aschaffenburg ernannte. Dieses ist mit 165 Mitarbeitern das siebtgrößte unter den 72 bayerischen Amtsgerichten.

          Meiler hat in den fast 30Jahren als Richter und Staatsanwalt nichts von jenem Schwung verloren, der bereits den jungen Mann beflügelte. "Jammern ist nicht mein Stil", sagt er und klagt deshalb auch nicht über den Personalmangel bei der Justiz, sondern will mit einer Modernisierung der Arbeitsabläufe, einer stärkeren EDV-Nutzung und einem flexibleren Einsatz der Mitarbeiter dafür sorgen, daß der Dienstbetrieb auch in Zeiten leerer Kassen reibungslos funktioniert.

          Meiler, der aus Münnerstadt stammt, war 1974 als Richter an das Landgericht nach Aschaffenburg gekommen. Später wechselte er zum Amtsgericht und verbrachte einige Zeit bei der Staatsanwaltschaft. 1994 wurde er Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg, eine Tätigkeit, die in Bayern als Test für künftige Führungskräfte gilt. Meiler jedenfalls überzeugte durch seine "zupackende Art", wie es ein Vorgesetzter einmal formulierte, und wurde im Oktober 2000 Direktor des Amtsgerichts Obernburg.

          Die Arbeit, die ihn immer wieder mit den Schattenseiten des Lebens konfrontiert, hat den Juristen nicht zum Zyniker werden lassen. Ganz im Gegenteil. Er hat sich eine Empathie bewahrt, die ihn Mißstände nicht hinnehmen läßt. Als er erleben mußte, daß die Glaubwürdigkeit von Kindern als Zeugen im Prozeß nicht mehr eindeutig feststellbar war, da der Gutachter zu spät hinzugezogen worden war, ließ ihm das keine Ruhe. Meiler entwickelte ein Konzept, das nicht nur dem Schutz der Opfer, sondern auch der Beweissicherung dienen sollte. Die jungen Zeugen wurden zeitnah zur Tat und in schwierigen Fällen auch unter Einschaltung eines Gutachters durch einen Ermittlungsrichter vernommen und die Gespräche in der Regel auf Video aufgezeichnet. Die neue Vernehmungsmethode ersparte den Kindern sowie Jugendlichen weitere Aussagen vor Gericht und führte häufig zu einem Geständnis des Täters. Ende 1998 wurde der Einsatz von Videotechnik im Strafprozeß per Gesetz nach dem Aschaffenburger Vorbild geregelt. Möglicherweise wird er sogar in das europäische Straf- und Strafprozeßrecht übernommen werden.

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