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Energieversorger : Vor einer neuen Preisrunde beim Erdgas

Die Frankfurter Mainova ist einer von bisher 100 Versorgern, die künftig wieder mehr für Gas verlangen

Die Frankfurter Mainova ist einer von bisher 100 Versorgern, die künftig wieder mehr für Gas verlangen Bild: ddp

Die Frankfurter Mainova ist nicht allein: Auch andere Energieversorger erhöhen ihre Tarife. Als Grund nennt die Mainova einen Anstieg der Beschaffungskosten.

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          Von einer regelrechten Preiserhöhungswelle mag Verivox noch nicht sprechen. Doch häufen sich die Ankündigungen deutscher Energieversorger, die Erdgastarife im Herbst heraufzusetzen. In der Zentrale der Verivox GmbH in Heidelberg, die sich auf Preisvergleiche im Internet und die Vermittlung von wechselwilligen Kunden spezialisiert hat, wurden bisher 100 Versorger registriert, die Preise erhöhen wollen. Alles in allem beobachtet Verivox 817 Versorgungsunternehmen.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Zu den 100 Unternehmen, die quer über Deutschland verteilt sind, zählt jetzt auch die Mainova. Der Konzern vertreibt Erdgas vor allem in Frankfurt, im Main-Taunus- und im Hochtaunuskreis. Zum 1. September werden drei der sechs Tarife erhöht. Soweit es bei den anderen nicht durch Vertragsklauseln ausgeschlossen ist, sollen sie nach und nach folgen. Die Erhöhung beträgt bei den Musterfällen, die bei solchen Gelegenheiten herangezogen werden, gut neun Prozent. Das gilt etwa beim Tarif „Erdgas Komplett“ bei einem Jahresverbrauch in Höhe von 20.000 Kilowattstunden, der bei einer Familie mit zwei Kindern anfallen dürfte, wenn sie mit Erdgas nicht nur kocht, sondern auch heizt und das Duschwasser erhitzt.

          Anstieg der Beschaffungskosten

          Begründet wurde die Erhöhung von Konzernchef Constantin Alsheimer und Vertriebsvorstand Marie-Luise Wolff mit dem Anstieg der Beschaffungskosten, seinerseits eine Folge des weltweiten Wirtschaftsaufschwungs und der Unruhen im arabischen Raum. Zudem gab die Mainova an, dass auch die Kosten für die Durchleitung des Erdgases durch die Rohrleitungen gestiegen seien. Die stärksten Wettbewerber in Frankfurt hätten ihre Preise außerdem um elf Prozent erhöht, also etwas stärker, als jetzt von der Mainova angekündigt, hieß es weiter.

          Der Versorger hatte seine Preise 2008 zweimal heraufgesetzt, davon einmal sogar um 15,7 Prozent, dann aber 2009 auch zweimal reduziert. Die Zeit, in der die Frankfurter Stadtverordneten über diese Preise mitbestimmten, sind seit 2006 vorbei. Der neue Konzessionsvertrag sieht dies nicht mehr vor, da er sich lediglich auf das Leitungsnetz bezieht, wie Alsheimer gestern erläuterte. Endverbraucherpreise sind aber Sache des Vertriebs, der davon organisatorisch getrennt ist.

          Sparen durch Anbieterwechsel

          Die Frage, ob Preiserhöhungen gerechtfertigt sind, also die Beschaffungskosten tatsächlich in ähnlichem Ausmaß gestiegen sind, ist von außen nicht wirklich zu beantworten. Ein Versorger wie die Mainova dürfte zahlreiche Lieferverträge zu unterschiedlichen Bedingungen abgeschlossen haben. Die Kopplung an den Ölpreis ist nicht mehr so eng wie vor einigen Jahren, als die Erdgaspreise denen für Heizöl mit sechsmonatiger Verzögerung automatisch folgten. Aber natürlich gibt der Ölpreis nach wie vor den Takt an; er ist zuletzt deutlich gestiegen.

          Doch lässt sich selbst bei einem Wechsel von einem Mainova-Tarif zum anderen erheblich sparen. Internet-Vergleichsportale listen inzwischen Dutzende Erdgastarife auf, die zu vergleichen allerdings einige Mühe bereiten kann. Zu beachten sind nicht nur der Grundpreis, der selbst dann fällig würde, wenn man gar kein Erdgas abnähme, und der vom Verbrauch abhängige Arbeitspreis. Sondern auch die Vertragslaufzeiten, etwaige Zusagen, bis wann eine Preisbindung besteht, und einmalige Vergütungen an den Kunden – vergleichbar einer Prämie für neue Abonnenten einer Zeitschrift.

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